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United States of America - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Europa und der Westen (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=89) +--- Forum: Sicherheitspolitik und Wirtschaft (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=93) +--- Thema: United States of America (/showthread.php?tid=1897) Seiten:
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RE: United States of America - Schneemann - 28.01.2023 Anscheinend gibt es da auch schon erste Reaktionen seitens der BLM-Bewegung, aber welche, die ich relativ erstaunlich finde und die mich - man dreht quasi den Umstand um und lenkt von der eigentlichen Problematik (schwarzer Beamter tötet schwarzen Bürger) ab auf eine übergeordnete Thematik, um doch noch händeringend irgendwie eine Erklärung zu konstruieren und auf die "böse" weiße Mehrheitsgesellschaft als Hauptursache auszuweichen - fast an die Verdrehungen von Argumenten von rechten Rassisten erinnern, nur eben aus dem umgekehrten Blickwinkel... Zitat:Mann nach Misshandlung gestorbenhttps://www.n-tv.de/politik/Video-von-Polizeigewalt-schockiert-die-USA-article23876362.html Schneemann RE: United States of America - lime - 28.01.2023 (28.01.2023, 12:11)Schneemann schrieb: Anscheinend gibt es da auch schon erste Reaktionen seitens der BLM-Bewegung, aber welche, die ich relativ erstaunlich finde und die mich - man dreht quasi den Umstand um und lenkt von der eigentlichen Problematik (schwarzer Beamter tötet schwarzen Bürger) ab auf eine übergeordnete Thematik, um doch noch händeringend irgendwie eine Erklärung zu konstruieren und auf die "böse" weiße Mehrheitsgesellschaft als Hauptursache auszuweichen - fast an die Verdrehungen von Argumenten von rechten Rassisten erinnern, nur eben aus dem umgekehrten Blickwinkel... BLM war und ist nichts Anderes als die White Power Bewegung für Schwarze. RE: United States of America - Helios - 28.01.2023 (28.01.2023, 13:19)lime schrieb: BLM war und ist nichts Anderes als die White Power Bewegung für Schwarze. Beides sind Sammelbegriffe vor verschiedene Gruppierungen, aber während diese auch inhaltlich bei BLM stark diversifiziert sind, mit einem breiten Spektrum an Strömungen (durchaus auch radikalen), gibt es bei den White-Power-Bewegungen kaum größere inhaltliche Divergenzen abgesehen von solchen innerhalb des radikalen Spektrums selbst. Nur irgendwelche Auswüchse oder vermeintliche Kerngruppen zu betrachten, weil diese besonders laut sind, ergibt bei BLM aufgrund der Masse an Strömungen wenig Sinn, bzw. sollte explizit auch so erwähnt werden. In der Nachricht von einem "Vorstandsmitglied von BLM" zu sprechen ist insofern auch irreführend, weil es suggeriert, es gäbe tatsächlich solche durch eine Gesamtorganisation legitimierte Sprecher der gesamten Bewegung. Aber die gleiche Problematik kennt man ja aus anderen Bereichen. RE: United States of America - lime - 28.01.2023 (28.01.2023, 15:15)Helios schrieb: Beides sind Sammelbegriffe vor verschiedene Gruppierungen, aber während diese auch inhaltlich bei BLM stark diversifiziert sind, mit einem breiten Spektrum an Strömungen (durchaus auch radikalen), gibt es bei den White-Power-Bewegungen kaum größere inhaltliche Divergenzen abgesehen von solchen innerhalb des radikalen Spektrums selbst. Nur irgendwelche Auswüchse oder vermeintliche Kerngruppen zu betrachten, weil diese besonders laut sind, ergibt bei BLM aufgrund der Masse an Strömungen wenig Sinn, bzw. sollte explizit auch so erwähnt werden. Gibt es denn BLM-Gruppen die sich von den Aussagen des "Vorstandsmitgliedes" distanzieren? Mir ist die gesamte Strömung jedenfalls noch nicht moderat aufgefallen, was nicht heißt dass es irgendwelche kleine BLM-Gruppen geben könnte die das anders sehen. Vermutlich gibt es aber auch irgendwo eine "White Power Hintertupfingen" die sich als moderat betrachten, nur an Hand von Randerscheinungen einer Bewegung kann man nicht auf die Gesamtbewegung schließen. RE: United States of America - Helios - 28.01.2023 Die Aussage stammt, soweit ich das erkennen kann, von D’Zhane Parker von Black Lives Matter Global Network Foundation. Zum einen ist das eine Art Dachorganisation für verschiedene Untergruppen, die wiederum eigenständig organisiert sind und handeln, zum anderen ist es aber auch nur eine von mehreren Organisationen, die sich in der Folge der ursprünglichen Proteste gebildet oder aufgrund von Streitigkeiten über verschiedene Punkte herausgelöst haben. Zu diesen anderen Organisationen gehört etwa Black Lives Matter Grassroot, eine Bewegung, die sich selbst bewusst auch inhaltlich vom BLMGN distanziert (tatsächlich gibt es sogar Gerichtsprozesse gegeneinander bezüglich Vorwürfen von Veruntreuung und fehlender finanzieller Transparenz) und sich vor allem in der Tradition der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King sieht. Das BLMGN kann man primär dem marxistischem Milieu zuordnen, als ideologische Nachfolge der Black Panther Party, mit dem Ziel der Zerschlagung der White Supremacy. Das ist im übrigen nicht als rassistischer Kampf gegen "die Weißen" gemeint, sondern gegen jene Weiße, die die ihrer Ansicht nach unterdrückenden Strukturen weiter aufrecht erhalten oder davon profitieren. Das wird teilweise auch radikal ausgelebt, ist aber nicht prinzipiell gleichzusetzen mit der "Black Supremacy", die man am ehesten als Gegenstück zu "White Power" verstehen kann. Auch wenn du sicherlich Gruppen findest, die dazu neigen und dies auch auf die Straße bringen. Wie bereits gesagt, die Szene ist stark diversifiziert, in vielen Orten sind die BLM-Gruppen vor allem auf die Verbesserungen der Bedingungen vor Ort fixiert und dominiert von Idealisten, von denen hört man halt relativ wenig. Was ist nun die Gesamtbewegung, was sind nun Randgruppen, wie viele der Mitglieder sind moderat, wie viele radikal, welche sind jeweils Laut, wie stehen die alle in Verbindung zueinander, wer muss sich deswegen von wem und was distanzieren? Bei dem, was man üblicherweise unter "White Power"-Bewegungen zusammen fasst gibt es auch einige Differenzen, aber die Gesamtbewegung ist wesentlich homogener und schon Gesamtinhaltlich radikaler. Das liegt auch in der Natur der Sache, denn es sind völlig andere Ausgangspunkte. RE: United States of America - lime - 22.03.2023 Trump liegt bei den Umfragen zu den Vorwahlen wohl klar in Führung. Interessanterweise wegen der farbigen Wähler, bei Weißen liegt er angeblich etwa gleichauf mit DeSantis. https://edition.cnn.com/2023/03/19/politics/trump-voters-of-color-analysis/index.html RE: United States of America - Nightwatch - 28.03.2023 MNPD vs Amokschützin in Nashville Bodycam Footage https://www.youtube.com/watch?v=Ue2tZa4hT0c RE: United States of America - Quintus Fabius - 28.03.2023 Danke für dieses hochinteressante Filmmaterial ! Unglaublich wie schlecht die taktisch sind, was für eine herausragende Ausrüstung sie haben, wie heroisch im Guten wie im Schlechten sie agieren und wieviele sehr gute und sehr schlechte Sachen man hier zugleich sieht, von den gleichen Leuten. Extrem uneinheitlich in der Qualität, und genau so sind echte Einsätze im Gegensatz zum Training: absolutes Chaos, die Unfähigkeit Erlerntes praktisch real einzusetzen und die Unbeherrschbarkeit des Situation und dass diejenigen darin brillieren die mit dem Chaos der Umstände am besten zurecht kommen oder sogar noch auf diesem aufbauen können. Wenn man mal überlegt ,wieviele US Polizisten einen militärischen Hintergrund haben, wie schwer bewaffnet sie sind, wieviel sie ständig schießen und trainieren, dann sind die realen Einsätze geradezu verblüffend unprofessionell und meist nur ein wüstes rumgerenne und geballere. Selbst sogenannte Eliteeinheiten, SWAT Teams usw. agieren in den USA im Echteinsatz oft erstaunlich schlecht und eigentlich unfähig. Das soll jetzt aber auf keinen Fall heißen, dass die deutschen Polizeien hier in diesem Bereich besser wären, ganz im Gegenteil. Die lassen wir da mal besser komplett außen vor. RE: United States of America - Schneemann - 29.03.2023 Wobei man anmerken muss, dass es bereits sechs Tote gab, ehe die Amokschützin erschossen wurde. Die Polizei hat fast 15 Minuten gebraucht, bis sie vor Ort war, das ist sehr lange. Zwar loben einige US-Medien den Polizeieinsatz über den grünen Klee (und ja, die Täterin wurde auch gestoppt), aber man könnte schon fragen, wieso es derart lange dauert, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren - Nashville ist nun nicht unbedingt ein Winkel von Nevada. (Beim Amoklauf in Hamburg vor zwei Wochen war die Polizei in fünf Minuten vor Ort.) Und sowohl der Täter in Hamburg, wie jene Täterin in Nashville, hatten offenkundig schwere psychische Probleme und durften dennoch Waffen (legal) besitzen bzw. kaufen... Zumindest bezogen auf den Fall in den USA geht die Diskussion um den Waffenbesitz aktuell schon wieder los: Zitat:Biden makes multiple false Second Amendment claims in wake of Nashville Covenant School tragedyhttps://www.foxnews.com/politics/biden-makes-false-second-amendment-claims-wake-nashville-covenant-school-tragedy Dass Biden eine falsche Aussage getätigt hat - die Todesursache Nr. 1 bei Kindern sind nicht Schusswaffen, sondern Verkehrsunfälle -, mag die eine Sache sein, aber sein m. E. verständliches Fluchen über die Waffenpraxis (und die Haltung der Republikaner) dann salopp damit zu kommentieren, dass Flammenwerfer und Maschinengewehre nicht illegal seien, das ist schon ein bitterer Sarkasmus - der aber vermutlich den Redakteuren gar nicht so bewusst war. Schneemann RE: United States of America - lime - 29.03.2023 (29.03.2023, 09:27)Schneemann schrieb: Wobei man anmerken muss, dass es bereits sechs Tote gab, ehe die Amokschützin erschossen wurde. Warum Schützin? Es handelte sich doch angeblich um eine Transperson. https://www.tagesspiegel.de/internationales/kinder-an-grundschule-erschossen-was-das-massaker-von-nashville-heraushebt-9574973.html RE: United States of America - Schneemann - 29.03.2023 Zitat:Warum Schützin? Es handelte sich doch angeblich um eine Transperson.Ich war mir nicht sicher, in welche Richtung dieses Transgender nun gilt, deswegen habe ich das Narrativ Schützin einfach übernommen, weil das am häufigsten benutzt wird. Schneemann RE: United States of America - Quintus Fabius - 30.03.2023 Die Massenmörderin war im vorliegenden Fall eine Frau, welche behauptete bzw. selbst glaubte ein Mann zu sein, also eine sogenannte Frau-zu-Mann Transsexuelle wie das heutzutage genannt wird. Damit ist es völlig korrekt von einer Schützin bzw. Amokläuferin zu sprechen. Zur Frage der Geschwindigkeit des Eintreffens: Warum die Anfahrt davor so "lange" dauerte weiß ich nicht, aber genau genommen ist es nicht lange. In vielen Schulen auf dem Land in dieser Bundesrepublik würde es sogar länger dauern bis Polizeikräfte eintreffen. Im vorliegenden Fall könnte es auch reiner Zufall sein, weil die Dislozierung der Polizisten vor der Tat halt eine lange Anfahrt bedingt. In Hamburg war es auch reiner Zufall, dass sich genau zu diesem Zeitpunkt eine ganze Einheit in unmittelbarer Nähe zum Tatort befand, und es handelte sich auch noch ausgerechnet um eine auf Terroranschläge und Amokläufe dezidiert spezialisierte Einheit. Deshalb waren die so extemst schnell am Einsatzort. Reines Glück gleich in mehrfacher Hinsicht. Spezifisch in Bezug auf Hamburg sollte man jedoch auch anmerken, dass sich dort der Täter ungefähr zeitgleich zum Vorgehen der Beamten selbst erschossen hat. Im Fall Nashville mag zwar die Anfahrtszeit recht hoch erscheinen, aber die Polizisten gingen - wenn man sich die verfügbaren Kameraaufnahmen ansieht - extrem schnell vor. Sie gingen direkt nach der Ankunft sehr schnell in das Gebäude hinein und gingen in diesem regelrecht überhastet vor, unter erheblicher Vernachlässigung der Eigensicherung und mit teilweise sehr hohem Risiko für sie selbst. Das ist dem unbedarften Betrachter dieser Aufnahmen vermutlich gar nicht klar, wie extremst risikoreich für sich die Polizisten hier agierten, dass war mal wirklich Heldenhaft im reinsten Sinne des Wortes. Rein taktisch gesehen steht man in diesem Szenario immer vor dem Problem, dass man sehr viel mehr Zeit benötigt, wenn man taktisch sinnvoll und gezielt vorgehen will. Hier dauerte es nur wenige Minuten von der Ankunft bis man schon am Täter war, in einem derart unübersichtlichen und sehr schwierig zu bearbeitenden Gebäude. Das Vorgehen selbst würde ich als sehr überhastet bezeichnen, in diesem polizeilichen Kontext - noch dazu in einer Schule für kleine Kinder aber - hat man aber gar keine andere Wahl. Man muss so schnell wie möglich an den Täter heran, damit man diesen im Gefecht bindet, damit dieser nicht weiter kleine Kinder töten kann. Das würde ich daher nicht anders machen, auch wenn es das eigene Leben kostet. Da kann man halt jedes taktisch sinnvolle / notwendige Vorgehen vergessen, man muss vorstürmen (exakt das wurde gemacht) und dabei ein extrem hohes Risiko eingehen selbst zu sterben. Hauptsache man bindet möglichst frühzeitig den Täter, verhindert dass dieser sich weiter bewegt und verhindert, dass dieser weitere Kinder tötet. RE: United States of America - Schneemann - 30.03.2023 Zitat:Im Fall Nashville mag zwar die Anfahrtszeit recht hoch erscheinen, aber die Polizisten gingen - wenn man sich die verfügbaren Kameraaufnahmen ansieht - extrem schnell vor. Sie gingen direkt nach der Ankunft sehr schnell in das Gebäude hinein und gingen in diesem regelrecht überhastet vor, unter erheblicher Vernachlässigung der Eigensicherung und mit teilweise sehr hohem Risiko für sie selbst.Das ist allerdings auch richtig. Wenn man sich anschaut, wie schnell (gezwungenermaßen) die Beamten vorrückten, teils ohne nennenswerte Sicherung und an offenen Türen vorbei, dann ist hier das Eigenrisiko sehr hoch gewesen. Angenommen, es wären mehrere Täter gewesen, und einer von diesen hätte sich verschanzt und in einem der Seitenräume mit Schussfeld auf den Flur gelauert, so wäre es durchaus denkbar gewesen, dass er mehrere Schüsse auf die Beamten hätte abgeben können. Auch ist natürlich die enorme Anspannung (Amoktat in einer Schule, Panik unter Anwesenden, Feueralarm im Flur, Hektik, Schussgeräusche, Adrenalinpegel etc.) mit zu berücksichtigen. Wenn man dies alles zusammenfasst, so kann man den Beamten im Grunde nur Respekt zollen für den selbstlosen Zugriff. Schneemann RE: United States of America - Schneemann - 31.03.2023 Das wird noch "spaßig" werden - wobei man anmerken muss, so verstehe ich es zumindest, dass er nicht wegen der Zahlung von Schweigegeld wegen einer Affäre mit einem Pornosternchen angeklagt wird (das wäre zulässig), sondern weil er dieses Schweigegeld dann falsch deklariert hatte. In jedem Fall werden die nächsten Wochen sicher unterhaltsam... ![]() Zitat:Donald Trump indictment: Ex-US president to be charged over hush moneyhttps://www.bbc.com/news/world-us-canada-65132553 Schneemann RE: United States of America - Nightwatch - 31.03.2023 Naja mal sehen was tatsächlich in der Anklage steht, da könnte durchaus noch mehr dazukommen. Wenn es nur die Schweigegelddeklarationsgeschichte wäre wäre das doch sehr dürftig, vor allen Dingen weil die Geschichte verjährt sein dürfte. In jedem Fall steigen damit seine Chancen auf die Nominierung beträchtlich während sie für die Wahlen sinken. |