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United States of America - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Europa und der Westen (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=89) +--- Forum: Sicherheitspolitik und Wirtschaft (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=93) +--- Thema: United States of America (/showthread.php?tid=1897) Seiten:
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RE: United States of America - Schneemann - 25.08.2023 Bei der presidential primary debate schedule hat DeSantis offenbar als bester oder zumindest beliebtester Redner abgeschnitten. Ich muss dazu sagen, er war durchaus sehr eloquent (nur beim Klimawandel hat er etwas herumgeeiert, aber das musste er wohl auch vor dem Hintergrund, dass seine potenziellen Wähler davon nicht gerade massiv überzeugt sind). Zitat:GOP voters say DeSantis delivered best performance in first primary debate: pollhttps://www.foxnews.com/politics/gop-voters-say-desantis-delivered-best-performance-in-first-primary-debate-poll Haley war übrigens die einzige, die mehr oder minder von allen Kandidaten den Klimawandel als solchen zu akzeptieren schien. Allerdings dürfte sie auch faktisch chancenlos sein. Einer hat übrigens gefehlt, er war auf einem Fototermin: Zitat:Trump mug shot released by Fulton County Sheriff's Officehttps://abcnews.go.com/US/trump-mug-shot-released-georgia-sheriffs-office/story?id=102544727 Schneemann RE: United States of America - Nightwatch - 25.08.2023 Zitat: Bei der presidential primary debate schedule hat DeSantis offenbar als bester oder zumindest beliebtester Redner abgeschnittenJa das ist ein häufiges Missverständnis. Diese Umfragen sagen weniger darüber aus wer in der Debatte der bessere gewesen ist, sondern wer beim befragten Publikum vor und nach der Debatte besser ankommt. Da DeSantis der Frontrunner jenseits von Trump ist schneidet er am besten ab und Ramaswamy belegt Platz 2 weil er in einer Debatte ohne Trump das Trump-Lager bedient. Meiner Beobachtung nach hat DeSantis die Debatte (wenn man diese antiquierte Show so bezeichnen möchte) weitestgehend ausgesessen und war vor allen Dingen darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Das ist ihm gelungen. Ramaswamy war sehr auf Krawall gebürstet und ist seinem Ziel, Trumps Vize zu werden deutlich näher gekommen. Ja man kann sagen, in einer Post-Trump Welt wäre Ramaswamy der Frontmann des populistischen Flügels der Partei. Überrascht hat auch Nikki Haley und zwar dahingehend, dass sie es hinsichtlich Abortion mal mit politischen Realitäten versucht und Ramaswamy außenpolitisch eingenordet hat. Was natürlich nichts ist, was die GOP Primary Voter hören wollen. Aber das ist alles egal, Trump wird die Vorwahlen gewinnen. RE: United States of America - Quintus Fabius - 26.08.2023 Trump war ja stattdessen bei Tucker Carlson und obwohl da nichts sinnvolles zu hören war, kam das bei vielen der potentiellen Wähler besser an als die offizielle Debatte. Auch amüsant: Trump hat jetzt sein Fahndungsfoto als Profilbild bei Twitter und andernorten und das kommt bei seinen Wählern richtig gut an. Ein ikonisches Bild. Ich lehn mich mal aus dem Fenster und sage hier und heute hiermit voraus, dass Trump wiedergewählt werden wird und der nächste Präsident wird. RE: United States of America - Nightwatch - 26.08.2023 Zitat: Ich lehn mich mal aus dem Fenster und sage hier und heute hiermit voraus, dass Trump wiedergewählt werden wird und der nächste Präsident wird.Schwarze Schwäne sind nie ausgeschlossen, aber bitte, wie denn? Der Mühlstein Jannuary 6 wird nicht verschwinden, mit seinem Verhalten nach der Wahlniederlage hat er etliche gemäßigte Republikaner und Unabhängige verloren. Die werden nicht alle Biden wählen, sondern auch gerne schlicht zu Hause bleiben. Seine Koalition wird damit nur kleiner. Biden dagegen kann darauf bauen, dass Trump ihm seine Wähler mobilisiert. Während Biden sicherlich niemanden motiviert für ihn zu stimmen gibt es keine bessere Motivation als seine Stimme gegen Trump abgeben zu können. Dazu kommt dann noch die Abtreibungsproblematik, der fortschreitende Demographische Wandel und die Wanderungsbewegungen von blauen Shitholes in rote Lesser Shitholes... wir sahen schon bei den Midterms 2022 wohin die Reise geht. Die kommende Wirtschaftskirse müsste schon sehr heftig ausfallen, dass sich da noch was ändert. Und mal etwas tiefer noch eingestiegen; das hier ist das Electroal College basierend auf den Verhältnissen von 2020: https://www.270towin.com/maps/8kQGQ Wisconsin, Georgia und Arizona lag die Differenz zwischen den Kandidaten bei unter einem Prozentpunkt. Daneben waren noch North Carolina (1.35%) und Pennsylvania (1.16%) knapp. Aber Scranton Joe wird Pennsylvania nicht verlieren und North Carolina schlagen wir weiterhin Trump zu. Um 270 Stimmen zu erreichen muss Trump Wisconsin, Georgia und Arizona gewinnen. Alle drei hat er 2020 noch verloren. Bei den Midterms ging in Arizona der Governor Posten mit einer ausgeprochenen Trump-Kandidatin (Kari Lake) spektakulär verloren, genauso konnten die Demokraten den Senatsitz von Mark Kelly gegen den Trump Kandidaten Masters verteidigen. Arizona wird dann genau warum Trump selbst wählen? Der Zuzug aus Californien wird auch nicht weniger... In Wisconsin konnten die Republikaner ihren Senatsposten halten, Rohn Johnson (seit 2010 im Senat) konnte aber nur knapp 50 zu 49 gewinnen. Seit Gegenkandidat war nichts großartiges, schlichter demokratischer Berufspolitiker. Bei den Gouverneurswahlen unterlag der von Trump unterstützte Tim Michels deutlicher 51 zu 47. Und Georgia, was soll man sagen. Senatswahlen zweimal seit 2020 verloren und die Wahfälschungsgeschichten werden der GOP keinesfall helfen. Jeder andere GOP Kandidat, aber Trump? Die Demokratischen Wähler werden bis in die Haarspitzen motiviert sein. Wie sollen da drei Siege rumkommen? Andere Staaten? Nevada reicht nicht, Michigan ist viel zu weit weg, dito New Hampshire oder Minnesota. Trump 2024 ist halt nicht Trump 2016... RE: United States of America - lime - 26.08.2023 (26.08.2023, 11:04)Nightwatch schrieb: Schwarze Schwäne sind nie ausgeschlossen, aber bitte, wie denn? Während die Präsi-Wahlbeteiligung normal in den USA nur bei 50-60% liegt gab es 2020 eine Spitze mit 66% die sich nur damit erklären lässt dass ca. 5% notorische Nichtwähler Biden gewählt haben um Trump zu verhindern. Diese 5% muss es dieses Mal aber genauso an die Wahlurnen treiben und da wäre ich mir am Ende nicht so sicher. Auch spielt der demographische Wandel nicht unbedingt gegen Trump da er in den wachsenden Bevölkerungsgruppen prozentual auch immer weiter an Stimmen hinzugewinnt. RE: United States of America - Schneemann - 06.09.2023 Zum crackdown auf die bzgl. des Umsturzversuches am 6. Januar 2021 maßgeblich mitinvolvierten Personen: Zitat:Former Proud Boys leader Enrique Tarrio sentenced to 22 years for Jan. 6 attackhttps://www.foxnews.com/politics/former-proud-boys-leader-enrique-tarrio-sentenced-22-years-jan-6-attack Die Strafe mag sicher arg hoch gegriffen sein, vermutlich lassen sie diese seltsame Gestalt nach sieben, acht Jahren laufen - aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass die älteste Demokratie der Welt Angriffe auf ihre Institutionen nicht ungeschehen im Raum stehen lässt und die Zähne zeigt. Schneemann RE: United States of America - Nightwatch - 07.09.2023 Die andere Seite nennt es politische Verfolgung... lime schrieb:Während die Präsi-Wahlbeteiligung normal in den USA nur bei 50-60% liegt gab es 2020 eine Spitze mit 66% die sich nur damit erklären lässt dass ca. 5% notorische Nichtwähler Biden gewählt haben um Trump zu verhindern. Diese 5% muss es dieses Mal aber genauso an die Wahlurnen treiben und da wäre ich mir am Ende nicht so sicher. Auch spielt der demographische Wandel nicht unbedingt gegen Trump da er in den wachsenden Bevölkerungsgruppen prozentual auch immer weiter an Stimmen hinzugewinnt.Das sind einige richtige Anmerkungen, dagegen lässt sich anführen: Die höhere Wahlbeteiligung liegt zum Teil an der massiven Ausweitung der Briefwahlmöglichkeiten im Zuge der Corona-Pandemie. Die Korrelation ist hier relativ eindeutig, Bundesstaaten mit restriktiveren Briefwahlgesetzen hatten eine etwas geringere Steigerung der Wahlbeteiligung als Staaten mit liberaleren Ansätzen. Es ist dann allerdings nicht so, dass die Demokraten davon massiv profitiert hätten oder wie in den Raum gestellt "die 5% mehr Biden gewählt haben". Der Schluss liegt zwar nahe, eine tiefergehende Analyse zeigt allerdings, dass sowohl Trump als auch Biden jenseits der Ausweitung der Briefwahlmöglichkeiten neue Wähler aktivieren konnten und am Ende keiner einen wirklichen Vorteil aus der höheren Wahlbeteiligung ziehen konnte. https://centerforpolitics.org/crystalball/articles/assessing-the-impact-of-absentee-voting-on-turnout-and-democratic-vote-margin-in-2020/ Die Frage ist dann halt (und da ist die Anmerkung völlig korrekt), inwieweit die Kandidaten das 2024 replizieren können. Gibt es Biden Fatigue? Zieht Trump noch als die große Bedrohung, hat sich dieser Effekt nochmal gesteigert? Kann Trump seine scheuen Wähler nochmal reaktivieren wie es ihm 2020 als Präsident gelungen ist? Bricht die Wahlbeteiligung nach dem Sondereffekt Pandemie ein? Man kann sich hier durchaus auch ein Szenario ausmalen, dass für Trump positiver ist als für Biden. Seriös vorhersagen lässt sich das IMO nicht. Der demographische Wandel ist für Trump dahingehend ein Problem, dass den Republikanern mehr ältere Wähler wegsterben als den Demokraten, während Generation Z nicht nur noch demokratischer wählt als es bei jüngeren Generationen ohnehin der Fall ist sondern sich 2020 und 2022 auch durch eine recht hohe Wahlbeteiligung auszeichnet. Demgegenüber, der vielfach kolportierte Ansatz, Trump stünde bei Nichtweißen Bevölkerungsgruppen besonders gut da lässt sich im historischen Vergleich nicht halten wenn man für den Sondereffekt Barak Obama korrigiert. Richtig ist, dass Trump die Position der Republikaner etwas verbessern konnte und in etwa wieder das Niveau von 2004 erreichte: https://www.forbes.com/sites/theapothecary/2020/11/09/no-trump-didnt-win-the-largest-share-of-non-white-voters-of-any-republican-in-60-years/?sh=5505d1c74a09 Spannend ist natürlich die Frage was passieren würde wenn Trump diesen Trend fortsetzen könnte. Aber dahinter steht für mich noch ein sehr großes Fragezeichen. RE: United States of America - Schneemann - 08.09.2023 Zitat:Die andere Seite nennt es politische Verfolgung...Naja, das ist relativ zu sehen. Sicherlich mag das Strafmaß von über 20 Jahren doch fragwürdig hoch erscheinen - unabhängig davon, wie lange die Person dann wirklich einsitzen wird -, schließlich hat der Mann keinen Mord begangen, aber dass es Strafen setzen würde für die umstürzlerische Krawallaktion am Kapitol mit mehreren Todesopfern, dürfte eigentlich jedem halbwegs klar denkenden Menschen logisch erscheinen. Ich bin zwar der Meinung, dass diese Enthauptung der rechtsextremen Gruppen wichtig ist, denn so zeigt die Demokratie in den USA auch ihre Wehrhaftigkeit, gleichwohl kann die Verhängung sehr hoher Strafen dazu führen, dass diese Gruppen erst recht in den Untergrund ausweichen und dann kaum mehr beobachtbar sind. Und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, sollte nicht unterschätzt werden. Man entsinne sich, dass der schlimmste Homegrown-Terrorakt in den USA im Jahre 1995 in Oklahoma City von McVeigh begangen wurde, der zwar Verbindungen in die rechtssektiererische Szene hatte, aber ansonsten kaum auf dem Radarschirm der Behörden auftauchte. Dazu: Zitat:Nach hohen Haftstrafenhttps://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-rechtsradikale-milizen-100.html Schneemann RE: United States of America - Nightwatch - 08.09.2023 Der January 6 Komplex ist politisch zu aufgeladen, man kann sich nicht einmal darauf einigen was genau passiert ist, geschweige denn was eventuell stattfinden sollte oder wie das politisch und rechtlich zu interpretieren ist. Ich bin da auch durchaus zwiegespalten. Was speziell die 14 (?) Milizionäre die da jetzt verurteilt wurden angeht - fu**ed around, found out. Die Länge der Haftstrafen ist halt Amerika und die logische Konsequenz der gewählten Anklage. Die Wahl der spezifischen Anklagepunkte war halt politisch motiviert, aber was solls. Völlig nebulös bleibt für mich die Frage ob bzw. inwieweit die Aktionen dieser Milizionäre in Verbindung mit den anderen Geschehnissen an diesem Tag stehen. Die große Demokratische Erzählung ist ja, dass Protest, die (gewaltsame) Stürmung und der Fake Elector Plot ineinander greifen sollten und daher recht zentral durch Trumpnahe Gestalten unter Einbeziehung Trumps auch so geplant und koordiniert wurden. Ich sehe das so nicht, nicht zuletzt weil ich diese Herrschaften nicht für kompetent genug halte soetwas durchziehen. Meine Einschätzung ist da eher, dass hier verschiedene unappetitliche Spielereien, systemisches Versagen und dienstliche Anstachelung zusammengetroffen und in einem sehr unschönen Moment kulminiert sind. Was rechtsextreme Gruppierungen grundsätzlich angeht - vergiss es. Die sind zu zahlreich, zu divers und zu verwoben in der Gesellschaft als das die Bundesregierung hiergegen groß vorgehen könnte. Da wird sich weiterhin nichts tun, latente Gefahren hin oder her. RE: United States of America - Nightwatch - 15.09.2023 Ich nehme mal das hier (Trump +2) zum Anlass für einige lose Gedanke dazu, warum Trump die Wahlen nächstes Jahr durchaus gewinnen könnte. Ich sage nicht das es so kommt und bin der Ansicht, dass Biden immernoch die besseren Chancen hat; nichtsdestotrotz gibt es einige gewichtige Faktoren die für Trump sprechen und sich gerade auch in den letzten Wochen mehr und mehr herauskristallisieren. 1. Biden is too old Biden wird am Wahltag 81 Jahre alt sein. Mehr als 75% (!) der US Wähler halten nach repräsentativen Umfragen Biden für zu alt um Präsident zu sein. Weniger als 40% meinen, dass er noch mental fit genug für das Amt ist. Demgegenüber halten nur 56% Trump für zu alt, 54% meinen das er mental leistungsfähig genug ist um Präsident zu sein. Der Unterschied ist vielleicht nicht riesig aber doch deutlich und dürfte sich angesichts der mittlerweile regelmäßigen Aussetzer Bidens im Zuge des gesteigerten Öffentlichen Interesses während des Wahlkampfes nur vergrößern. Ihr Schwächeanfall am 11.09.2016 war für Hillary Clinton seinerzeit verheerend, ein ähnlich gelagerter Aussetzer Bidens in einem ungünstigen Moment könnte (wird?!) ebenso gewaltige Schäden im Wahlkampf anrichten. Bei Trump bestünde die Gefahr natürlich genauso. 2. Biden polls badly Basierend auf RCP: Die Zustimmungswerte von Donald Trump in 2019 lagen bei -9.9 Punkten. Obama lag ihm dritten Jahr seines ersten Terms bei -1.4. GWB 2003 im Jahr vor seiner Wiederwahl bei +23. Biden liegt aktuell bei -12.4. Sprich, er ist im Jahr vor seiner Wiederwahl mindestens ähnlich unbeliebt wie es Trump in 2019 gewesen ist. Tendenz dabei fallend, zuletzt ist er bei drei Umfrageinstituten auf unter 40% gerutscht. Das sind Werte mit denen sich der Amtsinhaber ernsthafte Sorgen um seine Wiederwahl machen würde. Der Umstand, dass global betrachtet Biden immernoch die besseren Chancen haben dürfte liegt allein an seinem Gegner, nicht an seiner Performance. 3. Trump polls extremely strong vs Biden Im RCP polling tracker liegt Biden aktuell 0.5 Prozentpunkte hinter (!) Trump. Tendenz auch hier fallend, Trump gewinnt aktuell merklich an Boden, was nicht zuletzt auch die verlinkte Fox Umfrage zeigt. Der Punkt ist hier nicht Trump+2, sondern das Trump nach dieses Umfrage bei 48-46 liegen soll. CNN hatte zuletzt auch eine Umfrage mit Trump+1 bei 47-46. Für einen Republikaner sind das verdammt gute Werte: 2019 im Oktober lag Biden vs Trump bei +10. Dieser Wert viel nie tiefer als +4, am Wahltag 2020 dann hieß es Biden +4.5 - und er gewann das Electoral College mit 40.000 Stimmen in den entscheidenden Staaten. Sprich, die Umfragen sind verglichen mit der letzten Runde wesentlich besser für Trump um es milde auszudrücken. Würde bereits im November gewählt werden... 300+ EV für Trump bei diesen Werten. 4. Trump dominates with unlikely voters Die Wahlbeteiligung in 2020 lag bei hohen 66%. Das heißt aber auch das dutzende Millionen Amerikaner nicht zur Wahl gehen. Das Meinungsforschungsinstitut Suffolk hat dazu eine Umfrage veröffentlich wonach Trump unter diesen Wähler 20 Prozentpunkte vor Biden liegt. Das sind Werte wie er sie 2016 hatte, 2020 dagegen nicht. Gelingt es Trump aus dieser Schicht Wähler zu aktivieren wäre das ein gewaltiger Vorteil. Und wenn es einen Republikaner gibt der das schafft, dann Trump. 5. Minorities 016 gewann Hillary 93% der Schwarzen Wähler, Biden gewann sie 2020 mit 90%. Umfrageergebnisse aktuell durch die Bank: Trump liegt bei wenigstens 20%, kann seinen Wähleranteil also mehr als verdoppeln. Eine Illusion? Vielleicht nicht, wenigstens der Obama Spillover Effekt dürfte sich mittlerweile erledigt haben. Interessant auch, Trump gelang es das Latino Vote von 2016 auf 2020 um 8% zu steigern. Und selbst 2022 wählten nocheinmal mehr Lations Republikanisch. Die Latinos sind die am stärksten wachsende Wählergruppe, haben interessanterweise die schlechteste Wahlbeteiligung (50%) und die Republikanischen Gewinne konzentrieren sich auf kritische südwestliche Staaten wie Nevada, Arizona und Georgia. 6. No Covid Die Wahl 2020 stand ganz unter dem Eindruck der Pandemie. Ohne Covid wäre Trump aller Wahrscheinlichkeit im Amt bestätigt worden – und das deutlich. Insofern, schon der Wahlkampf 2024 wieder ein sehr anderer sein. Trump wird eine Massenveranstaltung nach der anderen abhalten können während Biden es diesesmal nicht bei Videokonferenzen aus seinem Keller in Delaware belassen kann. 7. Reduced incumbency advantage Der Präsident genießt normalerweise einen deutlichen Amtsinhaberbonus, entsprechend selten ist es in der jüngeren Geschichte, dass Präsidenten nach einer Amtsperiode abgewählt werden (Bush Senior nach 12 Jahren Republikanischer Herrschaft und Trump). In einem Duell Trump vs. Biden treten effektiv zwei Präsidenten gegeneinander an, Trump ist genauso wie Biden kein unbeschriebenes Blatt und der Wähler weiß im positiven wie negativen genau, wie eine Trump-Präsidentschaft (wieder) aussehen wird. 8. Americans hate paying to lose foreign wars Das Zögern und die Zurückhaltung der Biden Administration in Sachen Ukrainekrieg ist hauptverantwortlich dafür, dass der Krieg sich so entwickelt wie er es tut und die ukrainische Offensive keinen durchschlagenden Erfolg hatte. Der Umfang der Unterstützung ist hier weniger das Problem, sondern daraus keine Erfolge auf dem Schlachtfeld resultieren und aus Sicht der gemeinen US-Steuerzahlern ein bodenloses Fass aufgetan wurde. Trump wir das im Wahlkampf auszunutzen wissen und seine Botschaft wird auf fruchtbaren Boden fallen. Mir einer kompromissloseren Unterstützung und deutlicheren Ukrainischen Erfolgen hätte das ganz anders ausgesehen. 9. It’s the economy, stupid Im Allgemeinen wird erwartet, dass sich das US Wirtschaftswachstum mit dem Ende des aktuellen Post Covid Wirtschaftszyklus und den strukturellen Problemen der chinesischen Wirtschaft in 2024 merklich auf wmgl. nur noch einen halben Prozentpunkt abschwächen wird. Gepaart mit der zu hohen Inflation sind das keine guten Aussichten für Biden – vor allem nicht wenn die Wähler zu dem Schluss kommen, dass es ihnen/der US Wirtschaft unter Trump besser ging. Und geht es nach den aktuellen Erhebungen diesbezüglich sieht es genau so aus. 10. Nobody cares about indictments Trump nach drei Anklagen in den Augen der Wähler besser dasteht denn je. Man kann davon halten was man will, aber offensichtlich haben seine juristischen Probleme keine negativen Auswirkungen auf seine Umfragewerte. Gelingt es ihm sich weiterhin als Opfer einer politischen Verfolgung zu inszenieren wird sich daran auch nicht mehr viel in negaticer Hinsicht ändern, selbst wenn es vor den Wahlen zu einer (in meinen Augen gerechtfertigten) Verurteilung kommt. Hinzu kommt jetzt die ganze Hunter Biden / Impeachement Geschichte die hier viel Lärm auscanceln wird. 11. Americans like a comeback story Ein Wahlsieg Trumps würde als das größte politische Comeback der US-Geschichte wahrgenommen werden. Gleichzeitig wäre es der ultimative Mittelfinger für das Establishment. Ich meine, dass das für die eher weniger politisch interessierten Wählerschichten mehr Appeal hat als wir das so vielleicht aus europäischer Perspektive sehen. Nach der Wahl hat irgendein politischer Kommentator einen Satz gebracht der mir in Erinnerung geblieben ist: 'Trump got voted in because we just wanted to continue watching the Trump show every week.' Ich denke da ist viel Wahres dran. Und wenn die Wähler dann vor der Frage stehen Trump-Show oder dieser langweilige Tatterkreis, der in vier Jahren nix gerissen hat... RE: United States of America - Quintus Fabius - 05.10.2023 Über den zunehmenden Verfall in den USA, hier am Beispiel der grassierenden Lootings: https://www.youtube.com/watch?v=qiFZ5-IIj8c https://www.youtube.com/watch?v=BAI4MX28spc Das ganze ist aber nicht neu, läuft schon seit Jahren so und nimmt immer mehr zu: https://www.youtube.com/watch?v=4uV47LWHr5I https://www.youtube.com/watch?v=qiFZ5-IIj8c https://www.youtube.com/watch?v=MS5C38kayWI https://www.youtube.com/watch?v=BAI4MX28spc RE: United States of America - alphall31 - 06.10.2023 In Deutschland werden jeden Tag 1-2 Geldautomaten gesprengt . Was ist nun schlimmer . Eine Zeitlang bin ich davon ausgegangen das sowas davon kommt wenn Bildung Geld kostet . Aber das ist einfach ein Problem im System , man ist uns in Europa nur paar Jahre voraus. RE: United States of America - Schneemann - 06.10.2023 Ein wirklicher Verfall ist das nicht. Es ist eine Zunahme von Plünderungen zu beobachten, das ist korrekt. Aber es ist kein Maßstab für eine gesellschaftliche Erosion. Das sind Momentaufnahmen, so wie auch bei uns auch, wenn eben ein Eritrea-Festival eskaliert oder wenn es Randalierer in der Fußgängerzone gibt, die Polizisten angreifen (wie in Stuttgart übrigens geschehen). Was in den USA ein Problem ist, ist, dass sich ein bestimmter Bevölkerungsteil vom Establishment abgehängt sieht und dazu neigt, egozentrische und narzisstische Persönlichkeiten, deren Bildungsniveau höflich gesagt zweitklassig ist, deswegen hochzujubeln. Das Wirrwarr in den letzten Tagen im Repräsentantenhaus ist darauf zurückzuführen. Und hieraus entstehen eher die Probleme für den Staat als ein paar Plünderer in irgendeinem Vorort. Ein weiteres Problem stellt derzeit auch die Drogenkrise dar - die aber auch diese Plünderungen, wobei hier oftmals schwarze oder hispanic Gangs involviert sind, nur sehr bedingt beeinflusst -, die v. a. in den weißen, bislang eigentlich meist besser situierten Kreisen wütet und teils schwere Opfer fordert. Es sind also die Plünderungen zwar bedenklich, aber kein Verfallszeichen. Es gab solche Riots immer mal wieder in regelmäßigen Abständen. Wirklich gravierend sind aber die Angriffe auf den Staat durch Extremisten und die Dezimierung der weißen Mittelschicht durch die Drogenproblematik. (Was aber in Videos, wenn man sich keine Straßenzüge in Kensington, Philadelphia, anschaut, kaum thematisiert wird.) Schneemann RE: United States of America - lime - 06.10.2023 (06.10.2023, 11:11)Schneemann schrieb: Was in den USA ein Problem ist, ist, dass sich ein bestimmter Bevölkerungsteil vom Establishment abgehängt sieht und dazu neigt, egozentrische und narzisstische Persönlichkeiten, deren Bildungsniveau höflich gesagt zweitklassig ist, deswegen hochzujubeln. Das Wirrwarr in den letzten Tagen im Repräsentantenhaus ist darauf zurückzuführen. Und hieraus entstehen eher die Probleme für den Staat als ein paar Plünderer in irgendeinem Vorort. Ach da nehmen sich diese Schlipsträger mit auf dem Papier höchsten Bildungsniveau doch alle nicht viel. Überhaupt war dieses "Wirrwarr" doch nur möglich weil das Wahlverhalten der Demokraten berechenbar war. RE: United States of America - Schneemann - 07.10.2023 Naja, also wenn man sich Interviews anschaut von Angehörigen des Freedom Caucus bzw. der sogenannten MAGA Squad, wozu man Gaetz auch hinzuzählen kann, dann schüttelt man teils schon den Kopf, wenn man sich anhört, welche Behauptungen aufgestellt werden (das meine ich eher außenpolitisch, nicht spezifisch innenpolitisch). Vielleicht ist es nur Provokation, und vielleicht reden sie auch nur wider besseren Wissens, um ihre Klientel zu bedienen. Sollten es aber Aussagen sein, wo sie selbst von ausgehen, dass sie stimmen, dann muss man sich ernsthaft Sorgen machen, was für Leute hier die US-Institutionen untergraben wollen. Schneemann |