10.10.2014, 15:18
Quintus Fabius schrieb:Die Bundeswehr hat auch meiner Ansicht nach weniger ein Problem mit ihrer Ausrüstung, als mir ihrer Führung, ihrer internen Kultur und insbesondere mit ihrer Strategischen Ausrichtung und Doktrin bzw um genauer zu sein dem völligen Fehlen derselben.Das hängt selbstverständlich mit der 2.te Weltkriegsschuld/-Vergangenheit ab, wo man sich einen derart grossen Penalty eingehandelt hat, dass es auch in Zukunft schwierig sein wird, Sinn und Begeisterung auf breiter Basis zu etablieren.
Zitat:darüber hinaus ein Problem mit der militärischen Kultur der Bundeswehr besteht.Da besteht aus meiner Sicht keinerlei Aussicht auf Erfolg, weil historisch mit deutschen Armeen primär unsägliches Leid verbreitet wurde. In den USA glaubt die Mehrheit, dass sie mit ihren Einsätzen mehrheitlich Positives bewirken. In Deutschland kann ich da nichts ähnliches erkennen.
Aber vielleicht bewirkt ja ISIS einen Umschwung und man sieht in Deutschland, dass sich nicht einsetzen, in vielen Fällen nicht die Bessere, sondern die schlechtere Lösung ist.
Zitat:Und wenn man dem so machen sollte (was meiner Meinung nach prinzipiell richtig wäre), wie löst man dann das Problem der militärischen Kultur ?! Die Bundeswehr ist bereits intern kulturell geschädigt.Das ist das Erbe der Geschichte. Wenn die Waffeneinsätze positiv besetzt gewesen wären, gäbe es auch kein Problem. Du müsstest wenn schon, diesen Umstand umbiegen, dass du in einem Waffeneinsatz, positiv bewertet herauskommst. Ohne praktische Umsetzung und viel mehr Engagement mit positiver Rückmeldung, seh ich keinen Wandel in deiner "militärischen Kultur".
Übrigens Ähnliches bezüglich Umgang mit unserer eigenen Geschichte haben wir seit dem Bergier-Bericht auch erfahren. Wenn du merkst wie jämmerlich unser politisches Verhalten gegenüber den Nazis war und wie wenig das mit den Schweizer Lehr-/Geschichtsbüchern übereingestimmt hat, muss das Folgen bezüglich der eigenen Wehbegeisterung haben. Bei uns hat die Wehbegeisterung auch extrem stark abgenommen, weil einfach vieles nur Märchen und Heroisierung war.
Die Geschichte / Vergangenheit beeinflusst dich massgeblich. Wie im Sport, es gilt viele kleine positive Schritte zu machen, die einen begründeten Stolz auf die eigene Leistung aufbauen. Einfach nur sagen, wir brauchen eine bessere Kultur, bringt nichts.
Zitat:Wie löst man dieses Problem? Das Verzagtheit, Check-Listen-Führung, Einfallslosigkeit, Zynismus, Karrierismus und Egozentrie zur Folge hat?!Wenn man schon den Waffeneinsatz meist ablehnen muss, sollte man wenigstens mit der Versorgung mit an erster Stelle stehen, aber da hat man sich auch für den ultralangen Weg einer Eigenentwicklung entschieden.
Zitat:Meiner Meinung nach wird zu viel über Geld, Ausrüstung, Methoden der Beschaffung von materiellen Gütern usw usf und viel zu wenig über die spirituellen Seiten, über die psychologischen, sozialen und sozialkulturellen Seiten gesprochen, welche in Bezug auf die Probleme der Bundeswehr meiner Überzeugung nach genau so wesentlich sind wie die Materialfrage.Könnte man z.B. mit grossen Transportmaschinen den Lead bei der Versorgung einnehmen, kann man hier Sinn Armee/Bevölkerung aufbauen. Muss man aber solche Possen wie erst kürzlich die mit der Transall erfahren (man hat alles beisammen, kann aber nicht fliegen
