Bundeswehr 2020: Wunschkonzert
@ObiBiber
Zitat: wir leben in einer multipolaren Welt...einer globalisierten Welt...mit sehr vielen unterschiedlichsten Bedrohungen
Jupp, diese gilt es aber zu erkennen, zu priorisieren und passende Antworten auf diese Bedrohungen zu finden.

Zitat:die NATO wird heute weltweit zur Stabiliesierung eingesetzt und benötigt... auch im Rahmen von humanitären Einsätzen ist sie gefragt
Muss sie das? Ist das sinnvoll? Trägt es zur Sicherheit Deutschlands bei? Können wir das überhaupt?

Zitat:außerdem muss Deutschland je nach Fall auch für seine eigenen Interessen (Handelsrouten, Sicherheit der dt. Bürger im Ausland, Grenzsicherheit, proaktive Vermeidung humanitärer Katastrophen, usw.) eintreten.
Muss Deutschland? Wann? Warum? Mit was? Und wieder die Frage inwieweit das der Sicherheit oder sonstigen Interessen Deutschlands dient? Und dann gibt es noch Konflikte z.B. zwischen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen.

Zitat:und zu fordern dass die BW als einziges Ziel haben muss dass deutsche Staatsgebiet
Das war das oberste Ziel, nicht das einzige. Und laut Grundgesetz ist es immernoch das oberste Ziel.

Zitat:Die Art der Krigesführung hat sich in den letzten 40 Jahren nämlich auch massiv geändert!!
Schreien die RMA/4GW-Heinis. Aber hat sich die Kriegsführung wirklich so massiv geändert? Sicher es gab technologische Weiterentwicklung und Cyber Warfare ist hinzugekommen, aber das ist recht weit vom eigentlichen Kampf entfernt und zielt mehr auf Sabotage und Nachrichtengewinnung ab.

Zitat:Ich kann heutzutage mit guter Aufklärung, guter Vernetzung, Luftüberlegenheit und leichten Bodentruppen, die allerdings wiederum eine gute Feuerkraft haben... viel mehr schaden anrichten, als mit zig tausenden Kampf und Schützenpanzern... und mit 1.000.000 Mio Soldaten.
Fall bitte nicht auf Rumsfeld und die RMA/4GW-Heinis rein. Schau dir nur mal den Luftkrieg gegen Jugoslawien 1999 oder Irak 2003 an.

Die Jugoslawische Armee im Kosovo war in ihrer Operationsfreiheit kaum eingeschränkt und man hat der NATO nur die Luftüberlegenheit überlassen, da man dramatisch unterlegen war (ein paar dutzend MiGs und FlaRak gegen hunderte von Kampfflugzeugen).

Und die vom Embargo, Korruption und schlechter Führung geplagte Irakische Armee ist nunmal nicht gerade ein gutes Beispiel für einen kompetenten Gegner (zumal die Geographie die Iraker nicht begünstigte). 1990/1991 sah das ganz anders aus, hätte Hussein damals nicht seine Streitkräfte an der saudischen Grenze gestoppt, wären die saudischen und ersten amerikanischen Truppen (Luftlande- und Luftsturmkräfte) überrollt worden.

Zitat:Außerdem ist es heutzutage wichtig schnell Schwerpunkte bilden zu können...
Ähem, ja. War es schon immer. Aber auf welcher Ebene? Und wie? Deine Luftlandekräfte würden gegen einen mechanisierten Gegner dahinschmelzen.

Zitat:da kann heute ein Einsatz an meiner Landesgrenze anstehen... morgen aber ein wichtiger großer Einsatz im nahe Osten oder mitten in Afrika... und wie will ich da meine 1000 Kampf und Schützenpanzer hinbekommen!?
RoRo-Schiffe, Eisenbahn. Und wieso sollten wir mit einem Korps-Äquivalent im Nahen Osten oder Mittelafrika einfallen?

Zitat:Es kann nicht der Anspruch Deutschlands als 2. größtes Mitglied der Nato (finanziell)... und einer der wichtigsten Nationen auf diesem Planeten (was Wirtschaftskraft, Innovation und politischen Einfluß angeht) sich aus allem rauszuhalten...
Wenn es nicht der Sicherheit Deutschlands dient, wieso nicht? Deutschland hat an die 10 Milliarden und das Leben und die Gesundheit deutscher Soldaten in den Afghanistan-Einsatz gesteckt (Opportunitätskosten nicht miteinberechnet), was ist dabei rausgekommen? Was wären die Alternativen gewesen? Was hätte man stattdessen alles mit dem Geld anstellen können?

Zitat:viele dieser Bedrohungen haben direkten Einfluß auf die Bürger in Deutschland... daher muss man wenn es nötig ist auch vor Ort gehen diese Vorgehen können...
Ja, wenn es nötig ist. Wann ist es nötig? Wann dürfen wir überhaupt? Was sind die Konsequenzen?

Zitat:Dabei muss man natürlich auch betrachten dass man Mitglied in diversen Bündnisssystemen ist...
Im engeren Sinn genau zwei. EU und NATO. Mit der Verpflichtung bei einem militärischen Angriff auf ein Mitglied, dies als Angriff auf Deutschland zu sehen und das Mitglied zu unterstützen.

Zitat:Deswegen Ziele ich auf eine kleine 160.000 Mann Truppe ab...die allerdings optimal ausgestattet und weltweit einsetzbar ist. Viele moderne Systeme und eine hohe Beweglichkeit durch Fahrzeuge und fliegende Systeme... eine gute Aufklärung und hoher Schutz...und eine hohe Feuerkraft potentieren die Schlagkräftigkeit dieser kleinen Armee.
Nochmal, das ganze ist eine willkürliche und ziellose Aufzählung von Wunschsystem und Wunschzahlen. Wieso z.B. 50 Kampfpanzer pro Brigade? Und nicht 30? Oder gar keine?

Zitat:Außerdem muss man ja auch nicht komplett bei Null anfangen und kann Systeme integrieren für die bereits eine Menge Geld gezahlt wurde...und die auch schon bereit stehen und sich in Einsätzen als tauglich erwiesen haben (Leo 2, EAGLE IV, DINGO2, usw)
wenn man komplett bei Null anfangen würde, könnte man das Ganze bzgl Tpenvielfalt natürlich noch weiter optimieren...
Bereits gezahltes Geld ist in dem Zusammenhang irrelevant (sog. sunk costs), lediglich zukünftige Ausgaben müssen betrachtet werden.

Zitat:Die Luftransportkräfte halte ich für die möglichen Szenarien für mehr als ausreichend... eine Brigade kann von diesen komplett verlegt werden... die restlichen Truppen sind Reserve und könnten mit einer zweiten Welle zum Einsatz gebracht werden...ich muss nicht 20.000 Mann inkl Ausrüstung auf einmal irgendwohin fliegen können!
Bezweifle ich. Die US-Armee geht von um die 3500 Tonnen Fracht und 3000 Soldaten pro Luftlandebrigade aus. Sie rechnen mit einem Bedarf an 46 C-17 um innerhalb von 24 Stunden die gesamte Brigade anzulanden.

Zitat:bei der Marine bin ich zwiegespalten... ich denke dass man bzgl U-Boot Bau weiter an der Wletspitze bleiben sollte und hier investieren sollte

Du kannst doch nicht den Bau von U-Booten mit "weil wir an der Weltspitze sein wollen" begründen. Zudem sind die in Deutschland gebauten U-Boote Nischenprodukte. Sie sind auf Operationen in Randmeeren ausgelegt und die meisten Hersteller von U-Booten (Kokums mal ausgenommen) bauen konventionelle oder nukleare U-Boote für's offene Meer bzw. als schnelle Jagduboote, die auch mit Überwasserverbänden mithalten können. Damit kann man das schon eher begründen. Das ist dann ähnlich wie in der Industrie eine Buy-or-Make-Entscheidung.


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