16.03.2025, 16:59
(15.03.2025, 01:20)Delbrueck schrieb: Besonders die erste Prämisse, dass keine Duellsituationen eintreten werden halte ich für sehr gewagt. Duellsituationen lassen sich m. E. bspw. beim Gegenstoß gegen eingebrochene Feindteile nicht vermeiden und deshalb ist es m. M. fahrlässig ein solches System nicht zu integrieren.Dem würde ich mich grundsätzlich anschließen, bin aber der Meinung, dass ein solcher Duell-Pz im Rahmen eines MGCS-ähnlichen Verbunds ein Spezialist sein sollte, der eher dem Konzept eines Kanonenjagdpanzers folgt, als dem des Allround-MBTs. Also ein System, dass spezialisiert der Vernichtung von schwer gepanzerten Fahrzeugen des Gegners dient. In einer modernen Auslegung wäre dazu mMn die Fähigkeit erforderlich, auch abseits der geraden Sichtlinie wirken zu können. Da ich in diesem Zusammenhang PALR als nicht allein heilsversprechend beurteile und eine KE-basierte Bekämpfungsmöglichkeit zusätzlich für erforderlich halte, bietet es sich da an, einen Kanonenpanzer mit gelenkter KE-Munition vorzusehen, die es ermöglicht, über den eigenen Sichtbereich hinaus und auch zu einem gewissen Maße hinter Deckungen wirken zu können. Die französische ASCALON-NLOS-Munition geht wohl in diese Richtung.
Zitat:Daher würde ich basierend auf den MGCS-Grundchassis eine um ein oder zwei Laufrollen verlängerte Variante (vgl. bspw. Pzkw III und IV) einplanen, die dann für solche Duellsituationen optimiert ist. ... Dieses verlängerte Chassis bietet sich dann auch an für Panzerhaubitzen, Bergepanzer und Flak- und Flarak-Panzer an.Den Grundgedanken eines Einheitspanzers in zwei Längen teile ich zwar, allerdings explizit nicht für die Duell-Variante.
Ich würde eine gepanzerte Einheitsplattform in der Art konstruieren, dass es eine kompaktere, besser geschützte Variante für die erste Reihe und eine vergrößerte, schwächer geschützte für die zweite Reihe gibt. Beide mit ähnlichem Gewicht, so dass sämtliche technischen Teile identisch sein können, nur die Wannen werden unterschiedlich gestaltet.
Die kompakte Version erhielte einen Universalturmring, auf dem dann sowohl diverse Türme mit Groß- und Mittelkaliber-Kanonen aufgebaut werden können, als auch Berge-/Pionierpanzer. Eine Abwandlung davon mit Hochdach, FLW und Hecktür käme für einen EK-Panzer infrage oder auch als schwerer Schützenpanzer mit kleinem Absitztrupp.
Die verlängerte Variante für die zweite Reihe kann dienen als Basis für Raketenwerfer, Panzermörser/-haubitze, schwerer Transportpanzer (Infanteriegruppe), Gefechtsstand-/Führungspanzer etc.
Es gäbe nur eine Fahrzeugserie mit einheitlicher Logistik, Instandhaltung und Mobilität. Einzig die Schutzstufen würden zwischen den verschiedenen Wannen-Grundtypen variieren, allerdings entsprechend ihrer Verwendung.
Zitat:Ich würde sogar so weit gehen, dass jeder SPz, KPz und RakJgPz ebenfalls eine Radaranlage erhält wie ein Flugabwehr-Panzer, um dann mittels Sensorfusion mit anderen Systemen (Drohnen, Artillerie- und Mörserradare usw.) nach Bedarf möglichst umfangreiche Aufklärung ermöglicht und Drohnen erfolgsversprechend bekämpfen zu können.Ich sehe dafür primär einen Panzertyp, der mMn im Mittelpunkt eines solchen gepanzerten Truppenverbunds stehen sollte und eine Art Mischung aus Flak-, Späh- und Kampfpanzer darstellt. Mittelkaliber-MK (35-76mm) gegen Luft- und Bodenziele, dazu Radar- und optische Aufklärungsmittel, sowohl zwecks Fla, als auch zur Lagebildgewinnung. Das wäre für mich der Hauptträger des Bewegungsgefechtes. Dazu ein gleichwertig geschützter SPz, der aus Gewichtsgründen nur einen 4-6 Mann Spähtrupp und eine Waffenstation erhalten dürfte. Das reicht aber auch, wenn in der zweiten Reihe dann der Transportpanzer mit Pionier- oder Infanteriegruppe bereitsteht. Der SPz dient dann nur der Absicherung und Unterstützung des eigentlichen Hauptkampfpanzers.
(15.03.2025, 09:08)Quintus Fabius schrieb: Ich schrieb nicht, dass keine Duellsituationen mehr eintreten werden, sondern dass wir trotzdem die Panzerung vom gesamten Schutzkonzept nicht darauf auslegen sollten, also eben nicht die (passive) Frontpanzerung für den Beschuss mit großkalibrigen BK verstärken sollten. Statt einer möglichst starken Duellpanzerung welche frontal nach vorne ausgerichtet wird, sollte man das Gewicht dafür vorne einsparen und damit die Gesamtpanzerung des Fahrzeuges insgesamt verbessern. ... In diesem Kontext könnte man auch darauf verweisen, dass es erste Abstandsaktive Schutzsysteme gibt, welche auch KEP aus einer großkalibrigen BK "abfangen" können, so dass diese ihre Wirkung nicht mehr voll entfalten können.Ich tendiere da zu einem abgestuften Schutzsystem, das für die "großen" Gefahren, also Großkaliber-KE und PALR auf abstandsaktive Maßnahmen setzt, jedoch einen Grundschutz zumindest für die Besatzung auch gegen diese Waffen bietet. Das Grundkonzept dafür wäre eine hoch geschützte, kompakte Besatzungszelle, umgeben von Technik, die passiv nur gegen MK geschützt ist, aber über zusätzliche aktive Abwehrsysteme verfügt.
Man hätte also quasi drei Schutzebenen:
1. Abstandsaktive Ebene zur Abwehr größerer Bedrohungen
2. Äußerer Schutz für die Technik
3. Innerer Schutz für die Besatzung
Wenn 1. versagt, dann reichen 2. und 3. gemeinsam immer noch aus, die Besatzung zu retten, auch wenn der Panzer dann wahrscheinlich verloren geht.
Das konstruiert man bspw. derart, dass man mit einem Frontmotor vor der Schutzzelle dafür sorgt, dass ein frontal einschlagender KE-Penetrator bei Versagen des APS zwar einen Mobility-Kill erzeugen kann, jedoch nicht die Schutzzelle für die Besatzung durchschlägt. Dafür muss diese natürlich sehr kompakt gebaut werden.