Umfrage: Ist der MBT als Konzept überholt?
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MBT sind ein Auslaufmodell
22.22%
4 22.22%
MBT sind auch in Zukunft absolut wesentlich
77.78%
14 77.78%
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Zukünftige Entwicklungen und Konzeptionen von Panzerfahrzeugen
(16.03.2025, 21:20)Quintus Fabius schrieb: Es gibt keine vordere Linie mehr, bzw. es wird keine solche mehr geben. Sondern es wird einen transparenten Raum geben. In diesen wirkt die Artillerie (im weitesten Sinne) von außen hinein, also außerhalb dieses Raumes. Es wird aber eben notwendig sein, auch in diesen Raum einzudringen, und dafür benötigt man Panzer. Deren Panzerung und die Zusammenstellung der Panzer muss sich aber gegen die NLOS Bedrohung ausrichten, also primär und vor allem anderen Schutz vor "Artillerie" (im weitesten Sinne) bieten und nicht vor feindlichen Kampfpanzern im LOS Bereich.
Da haben wir die gleichen Vorstellungen. Ich gehe keineswegs von Linien aus, wenn ich von "1. & 2. Reihe" spreche, sondern von Räumen, in denen man sich nur entweder unter Panzerschutz oder mit sehr leichten Kräften bewegen kann. Dabei unterscheiden die Fahrzeuge der 1. und 2. Reihe sich nur dadurch, ob ein Begegnungsgefecht für sie intentional ist oder nicht, was Einfluss auf das Schutzkonzept hat.
Zitat:Es wird keine Duelle in vorderster Linie mehr geben, dass ist eine völlige Illusion. Und wo (rein theoretisch) solche doch noch möglich wären, aus was für Gründen auch immer, wird man nicht einmal das Risiko eingehen können vorzustoßen, weil dies dann vom Risiko durch weitere in diesen Raum vordringende feindliche Wellen von Drohnen etc vernichtet zu werden viel zu groß ist. Wo der Raum also intransparent ist, haben Panzer in Zukunft nichts zu suchen.
Das sehe ich nicht so. Es wird immer Situationen geben, in denen man in einen intransparenten Raum vordringen muss oder wo sich ein Raum unerwartet anders darstellt als erwartet. Deshalb sind Begegnungsgefechte für Panzertruppen mMn nicht vermeidbar, vor allem nicht dann, wenn es um Durchbrüche und deren Exploration geht.
Zitat:Deshalb ein Panzerungskonzept welches vor allem auf einen möglichst guten Rundumschutz und Schutz gegen Drohnen setzt.
Da bin ich grundsätzlich bei dir, der Rundumschutz wird massiv an Bedeutung gegenüber dem Frontalschutz gewinnen. Allerdings ändert das nichts daran, dass es trotzdem zum frontalen Schlagabtausch kommen kann und man auf diesen vorbereitet sein muss. Dafür wird man aber zukünftig stärker auf abstandsaktive Maßnahmen setzen müssen, wenn man die Mobilität nicht zu sehr einschränken will.
Zitat:Und deshalb auch die von mir diesbezüglich vorgestellten Bewaffnungskonzepte.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum in diesem Kontext die Panzertruppen mit den grundsätzlich gleichen Waffenkategorien wie die "erweiterte" Artillerie ausgestattet sein sollten. Warum braucht der Panzer in dem von dir proklamierten "transparenten Raum" PzAbwFK, wenn diese doch auch genauso von außerhalb eingesetzt werden können? Warum baue ich einen Raketenpanzer, statt einfach die Reichweite der Rakete so zu erhöhen, dass sie von außerhalb dieses Raumes eingesetzt werden kann?
Zitat:Und was hindert einen Kampfschützenpanzer daran mit einer zukünftigen Hochleistungs-MK einen Mission Kill zu erzielen indem er zuerst schießt ? ... Und was hindert einen Begleitpanzer daran zuerst zu schießen und den feindlichen Panzer so dermaßen vollzuhageln dass er allein dadurch nicht mehr zum Gegenschlag kommt ? Und wohlgemerkt: in Zukunft wird es Kanonen geben, die bei viel kleineren Kalibern immens viel mehr Wirkung haben werden als heute.
Zum Beispiel eine Bodenwelle, hinter der sich der gegnerische Panzer befindet, bevor er zum Schuss vorfährt. Mit einer PzK-BLOS-Munition habe ich das Problem nicht und kann auch direkt mehr als den Mission-Kill erreichen, der ggf. noch die Möglichkeit zum Rückzug des Feindes ermöglichen würde.
Zitat:Und was hindert einen Raketenjagdpanzer daran zuerst eine Rakete abzufeuern die mehr MJ hat als eine heutige 130mm ?
Also Stand heute, dass es diese Rakete nicht gibt, während die BLOS-Munition zumindest in der Entwicklung ist. (Ascalon)
Aber selbst wenn es sie geben sollte, wäre das für mich trotzdem keine Bewaffnung für einen schweren Panzer, sondern für einen Panzerjäger, der eben kein schwerer Panzer wäre, sondern etwas leichteres.

Wobei hier dann auch wieder meine "1. & 2. Reihe" ins Spiel kommt. Für die 2. kommen eben auch Raketenwerfer in Frage, die gehen aber nicht in LOS-Duelle und haben entsprechend keinen erhöhten Frontalschutz, den haben nur die Panzer der 1.Reihe, also jene mit LOS-Rohrwaffen oder diese unmittelbare unterstützende Kräfte. Raketen sind dort nicht erforderlich, weil sie eben nicht auf LOS angewiesen sind.

Zitat:Der Vorteil der BK ist in Wahrheit gar nicht das Duell ! Der Vorteil der BK ist eben nicht die Bekämpfung anderer Kampfpanzer, sondern dass man damit eine immense Bandbreite an Zielen, darunter auch weniger hochwertige Ziele als einen feindlichen Kampfpanzer sehr kostengünstig, effizient und durchhaltefähig bekämpfen kann. Die BK ist vor allem ein Vorteil im Stellungskampf, im Kampf um Schützengräben, Bunker, feindliche MG Nester usw usf. Sekundär (!) kann man mit ihr zudem alle feindlichen Panzer zerstören.
Das gilt für die heutigen MBTs, ja. Ich halte das aber nicht für das Argument, an Ihnen festzuhalten. Das wäre eher ein Argument für Sturmgeschütze, die ein anderes Thema sind.
Für mich ist im Kontext eines 50to.-MGCS eben eher die "Scharfschützenfähigkeit" der PzK gefragt.
Zitat:Und sie hat eine größere Ausdauer im Feuer.
Was sich mit steigendem Kaliber bald erledigt hat.
Zitat:Das ist meiner Ansicht nach ein Widerspruch in sich: du schreibst von Duell (LOS) und dann davon, dass man mehr Reichweite generiert und sich von der direkten Sichtlinie löst. Das ist doch ein Widerspruch was du da schreibst. Das ergibt für mich keinen Sinn.
Der Begriff "Duell" trifft es auch nicht wirklich. Es geht einfach nur um einen Panzer, der einen anderen Panzer mit seiner Kanone vernichtet. Das kann LOS oder NLOS stattfinden, den Grenzbereich dazwischen würde ich als BLOS (beyond LOS) bezeichnen. Also sehr flaches Bogenfeuer, unterstützt durch gelenkte Munition.
Zitat:Die zwingende Schlußfolgerung, dass man mehr Reichweite nutzen muss un dass man sich von der direkten Sichtlinie löst teile ich ja vollständig. Aber in dem Moment in welchem ich dies tue, benötige ich keine großkalibrige BK mehr. Man kann eine solche natürlich so nutzen, aber man muss es nicht. Und wenn man es nicht muss, wozu dann ein Zusatzsystem vorhalten ?!
Du glaubst halt dran, dass du diese Notwendigkeit mit anderen Mitteln umgehen kannst. Ich glaube das nicht. Das ist ein nicht auflösbarer Konflikt.
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