ISL (Deutsch-Französisches Forschungsinstitut Saint-Louis)
#2
Das Heeresministerium unterstützt die Entwicklung eines neuen Leitsystems für Panzerabwehrraketen.
OPEX 360 (französisch)
von Laurent Lagneau - 23. November 2023
[Bild: https://www.opex360.com/wp-content/uploa...231123.jpg]

Einige neuere Modelle von Panzerabwehrraketen verfügen über einen sogenannten "Dachangriffsmodus" [Top Attack], d. h. sie sind in der Lage, einen Panzer an seinem Turm zu treffen, d. h. dort, wo er am verwundbarsten ist. Allerdings müssen sie in der Lage sein, die Gegenmaßnahmen zu umgehen, die ihre Ziele möglicherweise einsetzen (z. B. aktive Schutzsysteme).

Das deutsch-französische Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) hat auf dem vierten Forum Innovation Défense [FID], das vom 23. bis 25. November in Paris Expo, Porte de Versailles stattfindet.

Laut den Erläuterungen des ISL zielt das TAP-Projekt darauf ab, einer bestimmten Munition eine dynamische Flugbahn zu geben, um die Schwachstellen moderner Panzerungen trotz der "deutlichen Verbesserungen", die in den letzten Jahren an ihnen vorgenommen wurden, auszunutzen.

"Die vom ISL entwickelten TAP-Lenkungsalgorithmen ermöglichen extrem präzise Angriffsbahnen vom Dach aus und können so angepasst werden, dass sie Ziele aus anderen Winkeln angreifen", erklärt das deutsch-französische Forschungsinstitut.

Im Klartext heißt das, dass eine so gelenkte Munition in der Lage sein wird, eine senkrechte Zielbahn zu haben, um einen Panzer vom Dach aus aus jedem Winkel anzugreifen. Laut dem französischen Verteidigungsministerium, das einen an dem Projekt beteiligten Ingenieur des ISL zitiert, sind die ersten Tests vielversprechend, da sie es ermöglicht haben, "Ziele mit einer Genauigkeit im Submeterbereich zu treffen, die weniger als 40 Zentimeter vom vorgesehenen Aufschlagspunkt entfernt ist".

Bisher ist dies jedoch nur mit Hilfe von Geolokalisierung und Satellitennavigation (GNSS) möglich, die immer noch gestört werden können... "Das Ziel für die Zukunft ist es, ohne diese Technik auszukommen, indem eine Kamera und Tracking-Algorithmen direkt in die Lenkmunition eingebaut werden", erklärt ein Forscher des ISL.

Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums kann dieser Algorithmus neben anderen denkbaren Anwendungen (z. B. Zielerfassung und -verfolgung) auch in "zahlreiche Waffen" integriert werden, darunter Drohnen, Panzerabwehrraketen und andere gelenkte Geschosse. "Das ISL arbeitet derzeit mit europäischen Unternehmen und den französischen und deutschen Streitkräften zusammen, um diese Technologie an die verschiedenen Einsatzbedingungen anzupassen", erklärt er.
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RE: ISL (Deutsch-Französisches Forschungsinstitut Saint-Louis) - von voyageur - 24.11.2023, 17:33

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