USA vs. Iran
Der Energieverbrauch ist aufgrund der extremen Wetterbedingungen im Sommer und Winter relativ hoch. Die einfachste und günstigste Art der Energieversorgung für den Iran stellt zweifelsohne die dezentrale Verbrennung von Erdöl & Erdgas in kleineren und mittleren Kraftwerken dar, die über das Land verteilt sind. Darüber hinaus spielt die Wasserkraft im Gebirge eine relevante Rolle für die Stromerzeugung, die Bewässerung und als Energiespeicher dar. Auf diesen Säulen basiert ja tatsächlich auch die dortige Energieversorgung, führt aber auch dazu, dass Gas fast ausschließlich durch den inländischen Bedarf verbraucht wird. Der ganze Solar-Schnickschnack macht für Privatpersonen und kleinere Dörfer in sehr abgelegenen Gebieten vielleicht Sinn, wird aber faktisch nirgendwo auf der Welt die Grundlasten ganzjährig auch nur annährend decken. Gigantismus beim Solarstrom führt das Konzept sowieso ad absurdum, ist viel zu teuer und ineffizient und schlicht nicht die Lösung. Da kann sich die gute Annalena auf den Kopf stellen und das Gegenteil behaupten. Sie hat hier definitiv unrecht. Die Energiewende wird so nicht vollzogen werden. Millionenstädte/Ballungsräume/Fabriken sind damit nicht zu versorgen.

Fossile Energieträger würden im Iran wahrscheinlich für die nächsten 3-4 Generationen vollkommen ausreichen. Bei der Entwicklung der Atomenergie und Atomtechnik im weitesten Sinn, hat der Iran schon immer eine Doppelstrategie verfolgt. Selbstverständlich ist es unethisch, politisch und wirtschaftlich kostspielig eine Atomwaffe zu entwickeln oder die zum Einsatz zu bringen. Aber die Feinde Israel, England, USA, Frankreich sowie die Nachbarn Pakistan, Indien, Russland verfügen jeweils über Atomwaffen. Die Türkei ist unter einem NATO Schirm und es sind Atomwaffen im Land. Saudi Arabien entwickelt derzeit ebenfalls entsprechende Kapazitäten. Die werden ihre Bombe gleich mit der Errichtung von NEOM zünden. Da würde ich mir keine Illusionen machen. Völlig unabhängig davon ob der Iran ein militärisches Atomprogramm hat oder nicht. Und der Iran hat durchaus schon die Erfahrung mit Massenvernichtungswaffen gesammelt, ohne dass irgendein Hahn danach gekräht hätte. Verurteilung des Irak im Sicherheitsrat abgewiesen. Der Iran wird in jedem Konflikt auf sich alleine gestellt sein. Darin liegen gewissermaßen Fluch und Segen zugleich. Selbstverständlich ist es ein Anliegen, tatsächlich ein durchaus aufwändiges, eine überzeugende Zweitschlagskapazität aufzubauen. Daher ist alles was für die Entwicklung und Verbringung von Atomwaffen relevant ist, entsprechend tief unter dutzenden Metern Granit atombombensicher vergraben worden. Daraus macht man auch überhaupt kein Geheimnis. Wäre auch kontraproduktiv. Die zivilen Atomreaktoren in Bushehr sind wiederum so gelegen, dass en Fallout mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die südlichen Nachbarn belastet.

Mit Abschluss des AMAD Programms im Jahr 2003 ist der Iran technisch in der Lage eine Bombe zu bauen. Auch diese Information wurde akribisch dokumentiert und in einem unbewachten Lagerhaus zum Abholen bereitgestellt, um es anschließend als unglaubwürdige Fälschung zu bezeichnen. Inklusive der detaillierten Dokumentation über Aufbau und Test von entsprechenden Hochgeschwindigkeitszündern. Selbst wenn jedes Bauteil nummeriert und vorbereitet auf dem Tisch liegt, wird man die Bombe selbst nicht bauen. Da bin ich mir relativ sicher. Es sei denn man wird dazu gezwungen. Mit einem Rückbau oder Abbau des Atomprogramms, insbesondere der Anreicherung von Uran, verliert man aber genau diese Möglichkeit, dieses Programm im Notfall umzusetzen. Es gibt hier keinen Weg zurück. Jedenfalls nicht bei entsprechender strategischer Weitsicht.
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Die US Navy verbreitet weiter offiziell, eine ohne EO Sensor ausgestattete Shahed-136 Drohne habe den israelischen Tanker getroffen und am Heck ein ca 30-40cm großes Loch in den Rumpf gerissen. Ist technisch absolut nicht plausibel. Die Frage ist ob sie selbst wirklich so wenig von der Materie verstehen, oder warum man sich konkret auf dieses Drohnenmodell einschwört. Wahrscheinlich überfordern neue Waffenbezeichnungen die Öffentlichkeit oder würden dem Iran Bezug einen spekulativen Anstrich verpassen. Sofern das Geschoss überhaupt eine iranische Drohne war, bleibe ich bei meiner Ababil-2 Theorie. https://twitter.com/US5thFleet/status/15...25/photo/1
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KheibarShekan:

Wie ich es ja auch schon geschrieben habe, ist die Frage wie man dieses Atomprogramm wertet eine, die sich aus der jeweiligen eigenen Wahrnehmung der Bedrohungslage ergibt. Dass die Iraner sich entsprechend übermässig bedroht fühlen müssen ergibt sich deshalb ja schon allein aus der Existenz dieses Programms und seiner Zielsetzung als de facto Atommacht dazustehen. Man kann daraus ja auch indirekt auf die Ansichten und die Wahrnehmung der iranischen Eliten schlußfolgern. Aber ich bin eben der Überzeugung, dass diese Wahrnehmungen der iranischen Eliten verzerrt sind, dahingehend, dass ihre offenkundige Schlußfolgerung, dass der Nutzen hier für sie die sehr hohen Folgekosten und die negativen Fernwirkungen übertrifft nur aufgrund dieser Verzerrung ihrer Einschätzung der Situation so aufgeht, dass also ihre Kosten-Nutzen Rechnung auf einer falschen Grundannahme beruht.

Das ist aber bei der Gegenseite teilweise ganz genau so. Die Saudi-Arabischen Bemühungen in dieser Richtung sind ein gutes Beispiel, denn Saudi-Arabien argumentiert hier ganz genau so und deinen Satz hier könnte ganz exakt gleich auch ein Saudi formuliert haben, mann müsste dazu nur das Wort Saudi-Arabien durch Iran austauschen. Entsprechend ist das ein dialektischer Vorgang und mir ist natürlich auch klar, dass hier gewisse Determinisem wirken und ein anderer Ausgang sehr unwahrscheinlich ist. Man kann ganz vieles was falsch ist nicht vermeiden und es geschieht in jedem Fall, teilweise in vollem Wissen darum dass es falsch ist (und trotzdem kann man rein gar nichts ändern), teilweise weil man von falschen Grundannahmen ausgeht, was meine These in Bezug auf den Iran ist.

Zitat:Der ganze Solar-Schnickschnack macht für Privatpersonen und kleinere Dörfer in sehr abgelegenen Gebieten vielleicht Sinn, wird aber faktisch nirgendwo auf der Welt die Grundlasten ganzjährig auch nur annährend decken. Gigantismus beim Solarstrom führt das Konzept sowieso ad absurdum, ist viel zu teuer und ineffizient und schlicht nicht die Lösung. Da kann sich die gute Annalena auf den Kopf stellen und das Gegenteil behaupten. Sie hat hier definitiv unrecht. Die Energiewende wird so nicht vollzogen werden. Millionenstädte/Ballungsräume/Fabriken sind damit nicht zu versorgen.

Für Deutschland kann ich dir vollauf zustimmen, aber der Iran ist nicht Deutschland und ich meine damit auch keine Solarzellen.

Die Wüste Lut und die Kawir Wüste kommen zusammen beispielsweise auf fast 250.000 Quadratkilometer.

Die Wüste Lut zählt dabei sogar zu den heißesten Orten weltweit, die Temperaturen steigen in ihrem hyperariden Klima auf bis zu 70 Grad.

Solarthermische Kraftwerke könnten hier immense Energiemengen produzieren. Das ist deshalb eine völlig andere Situation als in Deutschland, wo nicht ansatzweise die gleichen Bedingungen herrschen.

Der bessere Vergleich wäre hier Dubai, wo man unter ähnlichen Wüstenbedingungen gerade zur Zeit ein Sonnenwärmekraftwerk mit einer Größe von 77 Quadratkilometern baut, dass schlussendlich 5000 MW liefern wird. Dabei werden die Stromgestehungskosten bei 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde liegen. Bei einen Atomkraftwerke sind es 40 bis 50 Cent pro Kilowattestunde, also mal eben das 10-fache !

Den rasant steigenden Stromverbrauch

https://de.theglobaleconomy.com/Iran/ele...nsumption/

könnte der Iran also durch solche Sonnenwärmekraftwerke deutlich besser decken, noch darüber hinaus sind die Kosten für solche Kraftwerke vor allem ganz langfristig gesehen am günstigsten.

Mit derart viel Energie könnte man dann in die Herstellung von "grünem" Wasserstoff einsteigen und damit eben auch die ganze Gas-Infrastruktur nutzen. Gerade der Iran hätte hier große Chancen in eine Solarthermie / Wasserstoff Wirtschaft einzusteigen. Er könnte sogar anfangen Wasserstoff zu exportieren.

Wenn man davon ausgeht, dass der Iran irgendwas zwischen 50 und 60 GW pro Tag benötigt, würden 10 solchder Anlagen mit einer Fläche von 770 Quadratkilometern rein theroetisch bereits den gesamten Stromverbrauch des Landes decken. Bleiben noch ca 249.000 Quadratkilometer Wüste übrig und das sind nur zwei der Wüsten, im Iran gibt es ja noch mehr davon.

Anmerkung: die Zahlen sind nicht präzise, sie sollen nur allgemein die Tendenz und die Möglichkeiten aufzeigen.

Im weiteren würde ich die Option ländliche Gegenden und vor allem auch Privathaushalte dezentral versorgen zu können (auch mit Solarzellen) spezifisch für den Iran keineswegs so abtun. Eine solche Stromversorgung entlastet deutlich und ist wie schon geschrieben auch sicherheitspolitisch sehr interessant.
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@Quintus,

Solar(thermie)kraftwerke werden im Iran doch schon massiv ausgebaut bzw. ist Selbiges kurzfristig in Planung. Allerdings gehört zu einem ausgewogenen Strommix eben auch Atomkraft. Und die Gestehungskosten bei Atomkraft sind wesentlich niedriger als angeben, außer man setzt eben utopische Kosten für die Endlagerung an.

https://parstoday.com/de/news/iran-i6358...ieb_nehmen
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Das wusste ich gar nicht. Vielen Dank für diese Vernetzung! E voila - im Iran teilt man anscheinend meine Ansichten zumindest teilweise:

Zitat:Der CEO der iranischen Thermal Power Plants Holding Company (TPPH) Mohsen Tarztalab sagte am Donnerstag, dass das neue Kraftwerk 17 Megawatt saubere Energie produzieren werde, genug, um mehr als 30.000 Haushalte in Gebieten in der Nähe der Innenstadt von Yazd, wo es sich befindet, zu versorgen.

Der Iran verfügt über fast 500 MW Kapazität für traditionelle Photovoltaik-Solarenergie. Die thermische Solaranlage hingegen nutzt eine neue Technologie, die es ermöglicht, die Sonnenwärme zur stundenlangen Stromerzeugung, auch für nachts, zu speichern.

Das iranische Energieministerium hat angekündigt, in den nächsten vier Jahren zusätzlich zu den derzeit fast 1.000 MW rund weitere 10.000 MW neue Kapazitäten für erneuerbare Energien auszubauen.

Bezüglich eines ausgewogenen Strommix: aufgrund der geographischen Lage, der gewaltigen Wüstenflächen und den dort herrschenden klimatischen Bedingungen benötig der Iran eben nicht zwingend Atomkraft um seine Energieversorgung sicher zu stellen. Er könnte sie mit Solarwärmekraftwerken günstiger und einfacher sichern, und bei Erzeugung von Wasserstoff durch selbige Energie auch noch die bestehende Gas-Infrastruktur nutzen.

Ich stimme dir durchaus zu, dass die Gestehungskosten bei der Atomkraft häufig stark hochgerechnet werden, und dass man sie auch niedriger ansetzen könnte, aber selbst wenn man so rechnet, ist Solarthermie in einer Wüste mit 70 Grad Celsius immer günstiger. Da kann Atomkraft niemals mithalten.
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