(Waffe) Sturmgewehre der Bundeswehr
Es hat vor allem auch mit der Munition zu tun. Die Bundeswehr stellt gerade auf eine umweltfreundlichere Munition um (ja, ernsthaft). Diese ist aber noch nicht da, während umgekehrt ein Test des HK416 mit der alten Munition zu wenig Aussagen darüber zulässt, wie es mit der neuen Standard-Munition funktionieren wird.


Beschließend kann ich mich nur wiederholen: entgegen der Aussagen von alphall und der sehr dubiosen Probleme welche es anscheinend beim KSK gab ist das HK416 sehr zuverlässig und ist die Qualität des HK416 gut. Die Behauptung HK habe zunehmende Qualitätsprobleme kann ich so nicht teilen - und ich bin definitiv kein Freund von HK und hätte die nächste Waffe nicht von denen gekauft und ebenso nicht das HK416 in dieser neuen Variante.

Weder bei den Franzosen (HK416F) noch bei den Norwegern noch beim USMC gab es irgendwelche nennenswerten Probleme. Die Waffe ist hochpräzise und dies auch mit recht "unterschiedlicher" Munition. Natürlich kann man immer noch mehr Präzisioin fordern, aber dann verbleibt die Frage: warum und wozu? Zweifelsohne ist ein Sturmgewehr 90 präziser, und gibt es allgemein Waffen von höherer Qualität oder mit einem sinnvolleren und moderneren Konzept, zweifelsohne war die Ablösung des G36 an sich falsch, und ist das HK416 kein wirklicher Mehrgewinn im Vergleich zu seinem Vorgänger, aber das ändert nichts daran dass es in Ordnung ist.

PS: Witzigerweise ist das G36 meiner Einschätzung nach zuverlässiger was Störungen und vor allem was Staub und Verdreckung angeht Big Grin Das einfachste und beste wäre es immer noch gewesen, einfach neue verbesserte G36 zu beschaffen.
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(29.01.2024, 07:12)Quintus Fabius schrieb: Die Bundeswehr stellt gerade auf eine umweltfreundlichere Munition um (ja, ernsthaft).
Für so kritikwürdig, wie du es darstellst, halte ich das gar nicht.
Sofern diese umweltverträglichere Munition nicht zu relevanten Leistungseinbußen führt, ist das durchaus sinnvoll. Denn du darfst dabei nicht nur den Ernstfall betrachten, sondern vor allem die Nutzung im Training. Und da kommt europaweit schon einiges an umweltschädlicher Wirkung zustande, die sich relativ einfach vermeiden lässt. Also warum sollte man das nicht tun? Soweit ich weiß, wird ja auch die alte Munition nicht vernichtet.
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Zitat:warum sollte man das nicht tun?

Kostengründe. Die neue Munition ist einfach teurer. Und die Mehrkosten stehen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Umwelt.
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Aber die "alte" Munition bleibt im Lager, darf noch verschossen werden bzw, bis zum MHD als Reserve dienen?
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(29.01.2024, 12:54)Quintus Fabius schrieb: Und die Mehrkosten stehen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Umwelt.
Das kann ein valides Argument sein. Dafür fehlen mir aber die Daten, um das beurteilen zu können.
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Mir in Wahrheit auch Rolleyes und ja, es hat einfach auch rein ideelle Gründe warum ich bei solchem neuen Gebaren wie umweltfreundlicher Kriegsführung gleich immer dagegen bin.
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Die Hersteller führen an das die Munition Schadstoffärmer ist aber von umweltfreundlicher ist da nichts zu lesen .
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Es geht schlicht ums Blei. Bei der DM11A1 ist als Unterschied das Zündhütchen bleifrei (und bariumfrei) und das Bleigeschoss gekapselt.

Ist auch schon seit Jahren in der Beschaffung, 2015 gabs nen Vertrag an RUAG und 2017 an MEN über jeweils 25 Millionen Schuss 5,56mm DM11A1.

Mit Umwelt hat das nicht das geringste zu tun. Prinzipiell will man - nicht nur in Deutschland, sondern auch z.B. in den USA - schon seit 30 Jahren vom Blei weg, und zwar vor allem weil auch für den Schützen ungesund. In den USA ist bleifreie Munition beim Militär übrigens seit 15 Jahren in der schrittweisen Einführung.

In Deutschland ist man nur halt mal wieder etwas spezieller, indem die Schützenverbands-Lobby bleifreie Munition oder jegliche damit verbundenen Gesundheitsgefahren verteufelt und inzwischen von der AfD hierin politisch flankiert wird.
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Ergänzend:

Und das HK416 schießt mit alter wie neuer Munition absolut ausreichend. Dessen und der Gefahren für die Gesundheit ungeachtet hat Blei schon etiche Vorteile, einschließlich eines Kostenvorteils.

Und wenn HK uns Qualität analog zu den Franzosen liefert, wird das ein guter Maschinenkarabiner. Das System selbst ist in jedem Fall technisch sehr gut. Jedes Problem damit ist also nicht systeminhärent, sondern kann allenfalls Gründe in der Fertigung haben.
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Man hätte einfach den ganzen scheiss sein lassen sollen und bei der Einführung eines neuen Kalibers mal mit vorne dabei sein können. So binden wir uns wieder eine Waffe für die nächsten 30 Jahre ans bein die jetzt schon mehr als 15 Jahre hinter sich hat.
Das gleiche hat man sich mit der hubschrauberbeschaffung auch wieder ans Bein gebunden jetztund wir sind in 15 Jahren technisch genauso weit wie heute.
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Für die nächsten Jahrzehnte ist das durchaus brauchbar. Sowohl das Kaliber als auch die Waffen selbst sind völlig ausreichend, zumal die Bedeutung von Maschinenkarabinern im Krieg nicht so sonderlich hoch ist.

Natürlich wäre seit vielen Jahren schon wesentlich besseres möglich, aber das ist eine solide Entscheidung für ein wortwörtlich altbewährtes System. Die Entscheidung für das HK416 ist im Prinzip daher gut, nur die Frage wie man diese dann praktisch umgesetzt hat spottet wieder jeder Beschreibung.

Im Prinzip gewinnt man damit zudem Zeit und kann sich erst mal in aller Ruhe ansehen wie es sich in den USA bezüglich des neuen Kalibers dort entwickelt. Und da Kosten wie auch beschaffte Menge von Systemen jetzt ziemlich überschaubar sind (der tatsächliche Bedarf wäre ein ganz anderer), kann man dann immer noch in 20 Jahren umsteigen, sollte der aktuelle Schritt in den USA sich verfestigen.

Wenn man das HK416 damit als eine Art Interimslösung sieht, stellt sich aber natürlich die Frage, ob nicht ein kampfwertgesteigertes G36 eine bessere Interimslösung gewesen wäre, und die Antwort darauf ist Ja, wäre es. Man hätte einfach neue G36 ordern können (mit einer anderen neueren Optik und einigen kleinen Verbesserungen welche die spezifischen Probleme des G36 einfach beheben), aus dem Stand heraus - und es wäre besser gewesen und hätte dann auch die nächsten 20 Jahre alles ausreichend und gleichermaßen abgedeckt.

Aber wollte man halt nicht, und einfach das HK416F beschaffen wollte man auch nicht, und einfach das G95K beschaffen wollte man auch nicht, also sind wir halt jetzt möglichst umständlich bei dem gelandet was es nun ist.

Und in diesem Sinne benenne ich den Strang mal um und verschiebe ihn in den Bereich Technik und Ausrüstung im Dienst der Bundeswehr.
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Angeblich erhält das KSK jetzt das HK437 mit der Bezeichnung G39:

https://www.youtube.com/watch?v=uuHAnS8uxi0

https://www.hartpunkt.de/spezialkraefte-...aefte-g39/

Zitat:Die Bundeswehr hat den Schwarzwälder Handwaffenspezialisten Heckler & Kock mit der Herstellung und Lieferung der sogenannten Sonderwaffe schallgedämpft Spezialkräfte beauftragt. Die auf der HK437 basierende Waffe im Kaliber .300 Blackout (7,62 x 35 mm) wird unter der Bezeichnung G39 in die Bundeswehr eingeführt. Gut informierten Kreisen zufolge wurde der Zuschlag Mitte Februar 2024 erteilt.

Zitat:Als Erstbefähigung sollen die Spezialkräfte den öffentlich zugänglichen Informationen zufolge 176 Basissätze der Sonderwaffe schallgedämpft Spezialkräfte erhalten. Für eine Vollbefähigung sind nach Angaben des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr insgesamt 988 Sätze notwendig.

Was mich irritiert ist, dass die Waffe angeblich nur als Halbautomat beschafft wird.
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Der Artikel stimmt allerdings so nicht. Ich habe mir bei der EnforceTac natürlich auch den Stand von HK und dieses Gewehr angeguckt, stand da total prominent unter Glas, echt interessant. Aber da wurde bisher kein Zuschlag erteilt, die Ausschreibung läuft noch. Es soll außerdem nur die bereits vorhandenen Scharfschützengewehre ergänzen, nicht ersetzen. Von daher finde ich die im Artikel genannte Beschaffungszahl arg hoch, aber nach der Anzahl hatte ich bei HK leider nicht gefragt.
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Wie kommst du auf Scharfschützengewehre? Hab ich doch nirgends geschrieben und im Artikel finde ich das so auch nicht. Und es wäre auch technisch weder möglich noch würde irgend jemand dergleichen tun.

Da steht Zitat:

Zitat:Ausgeschrieben war eine Waffe samt Zubehör und Munition (Weichkern, Über- und Unterschall) für die Bekämpfung von weichen und geschützten Zielen auf Entfernungen bis 200 m.

Daher vor allem anderen vermutlich ein Ersatz für bisher verwendete Maschinenpistolen.

Zitat: Aber da wurde bisher kein Zuschlag erteilt, die Ausschreibung läuft noch.

Zitat:

>>Gut informierten Kreisen zufolge wurde der Zuschlag Mitte Februar 2024 erteilt.>>

Zitat:Von daher finde ich die im Artikel genannte Beschaffungszahl arg hoch

Wenn du damit MP und einige MK (StGw) ersetzt, ist die Anzahl komplett im Bereich des normalen.
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(01.03.2024, 14:38)Quintus Fabius schrieb: Wie kommst du auf Scharfschützengewehre? Hab ich doch nirgends geschrieben und im Artikel finde ich das so auch nicht. Und es wäre auch technisch weder möglich noch würde irgend jemand dergleichen tun.

Du hast Recht, ich war grad an der Aufarbeitung meiner gesammelten Unterlagen und deshalb zwischen den Gewehren gesprungen. Hatte es mit dem neuen Präzisionshalbautomaten MR308 A6 verwechselt, der prominent als Neuheit unter Glas bei HK gezeigt wurde und der sich aktuell in der Ausschreibung befindet Smile

Drei Tage EnforceTac haben ganz schön viel Input gegeben!
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