(Allgemein) Mittlere Kräfte
voyageur:

Zitat:Das Läuft nicht die Aus- und Weiterbildung eine Infanterie, Kavallerie, Artillerie oder Pioniersoldaten ist zu unterschiedlich. Die heutzutage notwendige Ausrüstung (Simulatoren usw) zu gross zu teuer, und reden wir gar nicht von qualifizierten Ausbildern.

Ich teile deinen Gedanken hier, und auch dies ist für mich ein Argument für Divisionen anstelle von Brigaden. Denn bei einer Brigade bleibt aufgrund der geringeren Größe gar nichts übrig als auch die Untereinheiten jeweils kleiner anzusetzen. Und wenn dann Kampfgruppen daraus bereits im Friedensbetrieb organisch zusammen stelle, entstünde exakt die von dir hier ausgeführte Problematik. Eine Division aber hat weil sie größer ist dieses Problem in einem viel geringeren Umfang.

Zitat:Allerdings müssen sie regelmäßig miteinander üben, nahe der Garnisonen liegende Manövergelände sind extrem wichtig

Das kann man gar nicht genug betonen. Es gibt viel zu viel Simulation, und viel zu wenig echte Manöver, insbesondere echte Manöver ganzer Großkampfverbände. Eine Division die nicht im Friedensbetrieb regelmässig geschlossen ins Manöver geht ist meiner Meinung nach für den Echtbetrieb deutlich ungeeigneter.

Das wäre übrigens ein Argument für Brigaden: diese können im Friedensbetrieb leichter, einfacher und öfter im Manöver üben.

Zu den Manövergeländen sei noch angemerkt, dass diese zumindest in Deutschland sowohl vom realen Kriegsraum Osteuropa deutlich abweichen, als auch von der Realität der Umgebung hier in Mitteleuropa. Wir bräuchten wieder deutlich mehr Manöver mitten in der Bevölkerung, in realer Umgebung so wie sie nun einmal vorhanden ist. Dazu müssten auch unbedingt Verlegeübungen nach Osteuropa gehören.

Bei einer solchen Verlegeübung nach Polen einer kompletten Division mit allem drum und dran würde sich sehr schnell feststellen lassen, woran und auf welche Weise genau es hakt, und würde gewaltig haken. Ohne echte Übungen in der Realität wird man im Ernstfall schon an der Verlegung scheitern, bzw. wird diese viel zu lange dauern.

Um das zu mittleren Kräften zurück zu führen: wenn man denn solche Kräfte will, deren primäre Stärke ihre strategische und operative Mobilität ist, und dies bei mehr Kampfkraft / mehr Panzerschutz als leichte Infanterie und dies auf eigenen Rädern - sind Verlegeübungen mittlerer Kräfte von alles entscheidender Bedeutung.

Bataillonskampfgruppen / Regimenter mittlerer Kräfte können aber solche Übungen öfter und viel leichter durchführen als ganze Brigaden mittlerer Kräfte. Und auch im Ernstfall wäre ihre Mobilität größer, um aber diesen, ihren wesenltichsten Vorteil wirklich ausspielen zu können, müssen sie schon im Friedensbetrieb so viel praktisch real üben wie möglich und als wesentliche Manöverübung auch oft und unregelmässig aus eigener Kraft möglichst weit verlegen.
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Broensen:

Zitat:
Zitat:Deshalb wäre meine Schlussfolgerung daraus, dass man auf kompakte Divisionen setzen sollte, mit kleineren und von allem nicht passenden befreiten Brigaden.

Ich gehe dabei noch einen Schritt weiter und trenne die Kräftekategorien entsprechend auf. Eine Konzentration aller schweren Teile der Division innerhalb ihrer Brigaden macht die Division nochmal mobiler, während es bei den Brigaden keinen echten Unterschied macht, ob noch ein paar schwere Fahrzeuge mehr zu transportieren sind. Baut man Divisionstruppen von vornherein konsequent als mittlere Kräfte auf, so hilft das enorm dabei, die Division an sich besser verlegbar zu gestalten, weil auf gewisse Transportkapazitäten gänzlich verzichtet werden kann und entsprechende Einschränkungen bei der Verlegung ganz außen vor bleiben können.

Das ist in Wahrheit der gleiche Schritt. mit nicht passenden Anteilen meinte ich gerade eben auch, die Brigaden "sortenreiner" zu bekommen, also explizit nicht schwere, mittlere und leichte Kräfte in den Brigaden zu mischen.

Spezifisch für Deutschland (für Frankreich kann und sollte das ganz anders aussehen) bin ich ganz genau so der Meinung, dass die Brigaden entsprechend "sortenrein" aus schweren Einheiten aufgebaut werden.

Das führt zu der Frage, was diese genau sein sollen und wo genau die Artillerie eingezogen wird. Das zu beantworten hängt von ganz vielen Faktoren ab, beispielsweise ob man weiterhin Kampfpanzer und Schützenpanzer bisheriger konventioneller Auslegung andenkt oder nicht usw. Das hatten wir ja alles schon mal ausführlichst.

Im Kontext einer Division sind wir da absolut einer Meinung, dass die Divisionstruppen als mittlere Kräfte auselegt werden sollten bzw. umgekehrt Mittlere Kräfte Teil der Divisionstruppen sein sollten. Auch und insbesondere um die Division damit mobiler und schneller zu machen.
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(Gestern, 16:00)Quintus Fabius schrieb:
Zitat:Das Läuft nicht die Aus- und Weiterbildung eine Infanterie, Kavallerie, Artillerie oder Pioniersoldaten ist zu unterschiedlich. Die heutzutage notwendige Ausrüstung (Simulatoren usw) zu gross zu teuer, und reden wir gar nicht von qualifizierten Ausbildern.
Ich teile deinen Gedanken hier, und auch dies ist für mich ein Argument für Divisionen anstelle von Brigaden. Denn bei einer Brigade bleibt aufgrund der geringeren Größe gar nichts übrig als auch die Untereinheiten jeweils kleiner anzusetzen. Und wenn dann Kampfgruppen daraus bereits im Friedensbetrieb organisch zusammen stelle, entstünde exakt die von dir hier ausgeführte Problematik. Eine Division aber hat weil sie größer ist dieses Problem in einem viel geringeren Umfang.

Das wiederum führt für mich zur Konsequenz, dass die Divisionstruppen als Regimenter auszulegen sind, auch wenn auf Divisionsebene eigentlich (mittlere) Bataillone vom Umfang her genügen würden. Diese müssen eben im Regelbetrieb die Kampunterstützungskompanien der Kampfbrigaden entsprechend aufnehmen können, so dass diese einer doppelten Unterstellung unterlägen: truppendienstlich bei ihrem Regiment, operativ bei der Brigade.
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Exakt so sehe ich das auch. Meiner Erinnerung nach hatten wir beide das so schon in etlichen Strukturen abgebildet, so unterschiedlich diese auch sonst waren.
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